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Rohstoff-Schock: Weiterer Preis-Verfall gefährdet Weltwirtschaft

Zahlreiche Schwellenländer und auch Industrieländer sind durch den Boom der Rohstoffpreise in den vergangenen 15 Jahren in eine sehr hohe Abhängigkeit von Rohstoffpreisen im Export geraten. Fallen die Preise weiter, wird es wohl schwere Einbrüche in der Wirtschaftsleistung geben. Doch gerade die Schwellenländer waren im vergangenen Jahrzehnt die Haupttreiber der Weltwirtschaft.

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Die Rohwarenpreise sind unter Druck, einige im freien Fall. Es betrifft dies alle großen Segmente wie Energie (Erdöl, Gas, Kohle), Industrie- und Edelmetalle und agrarische Rohstoffe und somit die Bauern weltweit. Vorausgegangen sind weltweit überschießende Investitionen im Boom von 2005 bis 2013. Die Wachstumsabschwächung Chinas, die Perspektive einer geldpolitischen Straffung durch die Fed und der erstarkende Dollar setzen die Gesamtheit der Rohstoffe unter Druck. Und es gibt segmentspezifische Ursachen, im Erdöl etwa der von Saudi-Arabien im OPEC-Kartell ausgelöste Preiskrieg.

Welche Länder oder Ländergruppe sind wie betroffen? Der erste Gedanke fällt auf die OPEC-Länder oder Russland. Doch das Spektrum ist viel breiter. Die folgende Graphik zeigt einen Überblick über diejenigen Länder welche einen hohen Anteil von Rohstoffen am gesamten Güterexport haben. Die Dienstleistungsexporte sind hier nicht berücksichtigt, so dass dies das Bild etwas korrigieren mag, allerdings nur bei wenigen ausgewählten Ländern.

Länder mit hohem Anteil der Rohstoff- an den gesamten Güterexporten (2013). (Grafik: DWN; Quelle Unctatstat)

Länder mit hohem Anteil der Rohstoff- an den gesamten Güterexporten (2013). (Grafik: DWN; Quelle Unctatstat)

Exportanteile von 80% plus qualifizieren ein Land als praktisch ausschließlichen Rohstoff-Exporteur. Bei Anteilen von 60-80% ist der Anteil der Rohstoffe dominant. Bei 40-60% sind die Rohstoff-Exporte sehr gewichtig. Generell lässt sich formulieren, dass die Rohstoff-Exporte sich auf eine sehr große Zahl von Ländern konzentrieren, die praktisch exklusiv oder hauptsächlich Rohstoffe ans Ausland verkaufen. Dazu gehören der große Teil des Mittleren Ostens, große Teile Eurasiens, praktisch ganz Afrika und Südamerika sowie Australien und einige Länder Südasiens. In Europa konzentriert sich der ausschließliche oder dominante Rohstoff-Export dagegen auf Norwegen, in Nordamerika auf Kanada. Im Weltmaßstab ist also räumlich ein großer Teil der Länder reine oder hauptsächliche Rohstoffexporteure.

Drei wesentliche Effekte stecken hinter dieser außergewöhnlichen Dichte und Konzentration von Rohstoff-Exporteuren, ein statistischer, ein ökonomischer und ein sozio-politischer:

Die Rohstoffpreise haben sich im Verlauf der 2000er Jahre versechs- bis verzehnfacht. Hinzu kommen in vielen Ländern bedeutende Produktionsgewinne. Weil die Preise exportierter Industriegüter demgegenüber nur schwach angestiegen sind, hat dies aus rein statistischen Gründen viele Länder zu hauptsächlichen Rohstoff-Exporteuren gemacht. Lag der Anteil der Rohstoff-Exporte zu Beginn der 2000er Jahre bei 20-30%, so ist er durch die Preishausse locker auf 60-80% angestiegen.

Länder mit flexiblen Wechselkursen bezahlten für den Erfolg der Rohstoff-Exporte mit der holländischen Krankheit (engl. dutch disease): Weil sich die Leistungsbilanzen aktivierten, festigte sich die Währung etwa beim brasilianischen Real, beim Aussie- oder beim Canada-Dollar und hatte eine lange Periode des Überschiessens zur Folge. Dadurch verloren die Exporte von Nicht-Rohstoffen, etwa von Industriegütern, an preislicher Wettbewerbsfähigkeit, sowohl im Export wie auch auf dem Binnenmarkt. Auch gingen die bestqualifizierten Arbeitskräfte tendenziell in die Rohstoffindustrien, weil sie dort viel höhere Einkommen erreichen konnten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Zugang zu den Rohstoffvorkommen komplexe neue Verfahren, Techniken und berufliche Kenntnisse verlangte.

– Der leicht erzielte, durch die reine Preisentwicklung provozierte Erfolg verleitete viele Regierungen, die Grundlagen für die Entwicklung anderer Industrien zu vernachlässigen – etwa durch Investitionen in Infrastruktur, in das Bildungswesen, aber auch durch die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen wie eines funktionierenden Rechtswesens etc. Stattdessen war der Exporterfolg der Rohstoffindustrien der beste Nährboden für Behördenwillkür, Korruption und Bereicherung der Eliten. Brasilien oder auch die Russische Föderation sind Paradebeispiele für dieses Verhalten, das aber absolut breit gestreut war. Absolut horrible Ausmaße erreichte dies in Nigeria, wo große Teile der Exporterlöse der staatlichen Erdölgesellschaft nie in den Konten des Staates ankamen und bis heute unauffindbar sind. Das Land ist bald bankrott, wenn der neu gewählte Staatspräsident die verschlungenen Kanäle nicht aufdecken und das Geld beschlagnahmen kann.

Die Rohstoffindustrien stehen nicht zu Unrecht im Geruch, die Modernisierung eines Landes unter bestimmten Umständen eher zu behindern denn zu fördern. In Afrika gibt es nicht wenige Länder, welche gerade aufgrund der reichen Rohstoffvorkommen notorisch instabil und konfliktgefährdet sind. Der Kampf um die Ausbeutung der Ressourcen provoziert ethnische oder von den Eliten und Clans geförderte Unruhen und Bürgerkriege. Frühere Kolonialmächte und der Welt-Sicherheitspolizist haben auch in jüngster Zeit nicht davor, zurückgeschreckt, den Griff nach Erdöl mit allerlei zugkräftigen Titeln wie „Kampf gegen den Terror“, „gegen die Achse des Bösen“ oder gegen die „Gefahr von Massenvernichtungswaffen“ zu kaschieren. Irak 2003 oder Libyen 2011 sind diesbezüglich noch in frischer Erinnerung. Es gibt aber auch positive Gegenbeispiele. Mexiko teilte als großer Erdölexporteur alle negativen Merkmale dieser Länder in den 1980er und 1990er Jahren. Es ist heute aber, von einem in der Statistik nicht erfassten Stoff abgesehen, kein primär Rohstoff exportierendes Land mehr, sondern exportiert vor allem verarbeitete Industriegüter. Auch in Südostasien haben verschiedene Länder sich nicht völlig gelöst, aber doch mindestens nebenbei eine große und zum Teil diversifizierte Industrie als zweites Standbein im Export aufgebaut.

Summa summarum bleibt aber die Feststellung, dass nach dem Boom der 2000er Jahre um 2013 oder 2014 eine sehr große Zahl von Ländern, effektiv ganze Halbkontinente oder Kontinente, im Export vollständig oder sehr stark von den Rohstoffpreisen abhängen. Das ist eine völlig andere Situation als irgendwann in der Vergangenheit. Sie ist keinesfalls vergleichbar mit der Situation zu Beginn des Rohstoff-Booms, etwa um 2000. Wären damals die Rohstoffpreise um 50% gefallen, so hätte sich dies auf eine wesentlich geringere Ausgangsbasis bezogen. Die einzige historisch vergleichbare Konstellation stellt vielleicht der Beginn der 1980er Jahre dar, als nicht wenige Länder nach dem Rohstoffboom der 1970er Jahre ebenfalls ähnlich exponiert waren. Allerdings war die Verteilung nie so breit und vor allem nicht so schwarz/weiß (oder dunkelrot – grau in der Graphik) wie heute. Damals waren viele Industrieländer selber noch in bedeutendem Ausmaß Rohstoffproduzenten, zuvorderst die USA, aber auch Deutschland, Frankreich, Spanien, oder die nordischen Länder.

Damit kommen wir zu den Risiken der gegenwärtigen Situation. Eines der Risiken ist nicht nur der hohe Rohstoffanteil an den Exporten, sondern am gesamten nominellen Bruttoinlandprodukt (BIP). Es gibt Länder, bei denen die Rohstoffexporte nicht nur 10%, sondern 20%, 30%, 40% oder sogar mehr des nominellen BIP ausmachen. Diese Länder sind hoch exponiert.

Anteil der Rohstoffexporte am nominellen BIP. (Grafik: DWN; Quelle: Unctad)

Anteil der Rohstoffexporte am nominellen BIP. (Grafik: DWN; Quelle: Unctad)

Malaysia erscheint bei den Anteilen der Rohstoffe am Güterexport als nicht besonders gefährdet. Wegen der sehr hohen Exportquote machen die Rohstoffexporte gleichwohl deutlich über 20% des nominellen BIPs aus. Darum ist der Ringgit so extrem unter Druck gekommen. Und weil Malaysia auch ein großer Exporteur von Industriegütern vor allem im Elektronikbereich ist, kann dies das ganze regionale Währungsgefüge zerreißen. Absolut dominant aber ist das Risiko bei einer Reihe von erdölexportierenden Ländern, die Anteile von 30%, 40%, 50% und mehr am BIP aufweisen.

Unter den weiteren Risiken können, ohne ins Detail zu gehen, einige in lockerer Folge aufgezählt werden. Neben Ländern mit einer vernünftigen Politik mit konsistenten Überschüssen in der Leistungsbilanz und einem Aufbau von Devisenreserven gibt es nicht wenige, die schon vor dem Einbruch der Rohstoffpreise zweistellige Defizite in der Leistungsbilanz zur Norm gemacht und eine sehr hohe Auslandverschuldung, womöglich noch alles in Fremdwährung, akkumuliert haben. Kein Wunder, wenn es dort relativ früh einschlägt und der klassische „plötzliche Stopp“ (engl. sudden stop) zuerst dort ausbrechen sollte. Die Budgets zahlreicher Produzentenländer beruhen auf hohen Rohstoffpreisen. Bei Erdölproduzenten nicht selten bei Preisen von 100 $ und mehr. Unvermeidliche Begleiterscheinung des vergangenen Rohstoffbooms sind auch die spektakulären und hoch spekulativen Bau- und Immobilienbooms, welche die Entwicklung in zahlreichen dieser Länder kennzeichnen – keineswegs nur in den Schwellenländern. Die Banken vieler solcher Länder können plötzlich überexponiert erscheinen. Ein Novum in vielen dieser Länder stellt schließlich die hohe Verschuldung des privaten Sektors dar, sei es im Inland bei Banken, sei es im Ausland bei Banken oder am Kapitalmarkt.

Um es kurz zusammenzufassen: Die Welt ist mehr oder weniger zweigeteilt. Eine sehr große Gruppe von Ländern ist extrem rohstoffabhängig im Export. Eine ganze Reihe haben Staatsfonds und andere Formen von Reserven. Manche von ihnen sind aber hoch verschuldet im Ausland, womöglich in Fremdwährungen, haben aber wenig oder keine Devisenreserven und womöglich schon jetzt sehr hohe Leistungsbilanzdefizite. Die Verschuldung bezieht sich nicht nur wie früher auf die Regierung, sondern erstmals auch im ganz großen Stil auf den privaten Sektor, im In- wie im Ausland. Und die Rohstoffhausse war begleitet von außergewöhnlichen Bau- und Immobilienboßs. Mit gleichen oder ähnlichen Merkmalen und Warnsignalen, die man von Spanien, den USA und anderen Ländern vor 2008 kennt. Das hauptsächliche Risiko angesichts dieser historisch doch recht einzigartigen Faktorkonstellation ist der Preis der Rohstoffe. Wie weit werden die Rohstoffpreise noch fallen, wo werden sie sich einpendeln? Das hängt von vielen Faktoren ab. Im Erdöl als absolut wichtigsten Rohstoffmarkt hat die Internationale Energieagentur eine bis mindestens Ende 2016 anhaltende Überschuss-Produktion prognostiziert. Dies bei einer sehr stark wachsend unterstellten Nachfrage und angesichts schon heute randvoller Lager. Analysiert man die gegenwärtige Nachfrage, stellt man einen strategischen Aufbau der Erdölreserven durch China in den vergangenen Monaten fest. Dies repräsentiert keine einmalige, aber angesichts beschränkter Fazilitäten in dieser Form schwerlich immer wieder zu wiederholende Extranachfrage. Zusätzlich kam eine besonders animierte „summer driving season“ in den USA hinzu. Diese wird frühestens im nächsten Sommer wieder stattfinden. Das Risiko ist doch eher, dass die Nachfrage eben konjunkturbedingt in den Schwellenländern langsamer als unterstellt wächst. In einem solchen Fall würde das Undenkbare Tatsache. Der Ölpreis für Brent würde sich nicht von gegenwärtig 48 $ per barrel auf 58 $ festigen, wie dies der Futures-Strip bis Ende 2016 antizipiert. Er würde weiter fallen. Ein Preis von 20 bis 30 $ könnte nötig sein, um die Flurbereinigung auf Produzentenseite herbeizuführen – mit einer Kaskade von Neben- und Folgeeffekten.

Ganz maßgeblich ist schließlich der Ausgang in China. Gelingt dort eine weiche Landung? Das heißt: Schwächt sich das Wachstum zwar wie erwünscht ab, ohne aber einzubrechen. Dies scheint der Kernpunkt zu sein, liegt aber außerhalb des Schwerpunkts dieses Artikels. Angesichts der Aktion der chinesischen Währungshüter haben verschiedene Strategisten diese Woche einen „bullish case“ für Aktien und andere risikobehaftete Aktiven gemacht. Sie heben hervor, dass die Fed nun die Zinsen im September wohl nicht anheben wird. Die bis mindestens Dezember 2015 ausbleibende Zinsaktion als Argument für die Fortsetzung der Aktienhausse. Vorher hat es immer geheißen, die Zinserhöhung könne sogar positiv für die Märkte sein. Dagegen verschweigen die Strategisten vornehm die Risiken, nämlich einer Eskalation der Rohstoffbaisse. Das würde nicht nur die Exporte in diese Länder gnadenlos zusammenstauchen. Auch Banken und der gesamte Finanzsektor hätten dann ein gröberes Problem mit ihren Schwellenländer-Exposures und dem viel gepriesenen, aber de facto wohl doch nicht so ausgefeilten Risikomanagement. Es hat schon deutlich bessere „risk-reward“ Konstellationen in der Geschichte gegeben.

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Anschlag in Ansbach war Selbstmord-Attentat eines Syrers
Anschlag in Ansbach war Selbstmord-Attentat eines Syrers
Ein als Asylbewerber abgelehnter Mann aus Syrien hat in der Nacht einen Selbstmordanschlag in der bayrischen Gemeinde Ansbach verübt. Mindestens 12 Menschen wurden verletzt. Der Mann war vor einem Jahr als Asylbewerber abgelehnt worden, blieb jedoch weiter auf Duldung in…
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Polizei am Tatort in Ansbach. (Foto: dpa)

Polizei am Tatort in Ansbach. (Foto: dpa)

Bei einem Sprengstoffanschlag im bayerischen Ansbach sind am Sonntagabend der Täter getötet und mindestens zwölf weitere Menschen verletzt worden. Nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann zündete ein 27-jähriger Syrer am Eingang zu einem Festivalgelände im Zentrum der fränkischen Stadt einen Sprengsatz, nachdem er nicht auf das Gelände gelassen worden sei. Der Mann habe seit zwei Jahren in Deutschland gelebt und sei nach der Ablehnung seines Asylantrags vor einem Jahr weiter geduldet worden. Ein islamistischer Hintergrund sei nicht auszuschließen, sagte Herrmann in der Nacht vor Journalisten in Ansbach. Der Sprengsatz detonierte nach Polizeiangaben kurz nach 22.00 Uhr in der Nähe des Eingangs zu dem Musikfestival mit mehr als 2000 Teilnehmern.

Herrmann sagte, der Täter habe die Explosion vorsätzlich herbeigeführt. Er habe früher bereits zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Es sei noch unklar, ob er nur in Suizidabsicht gehandelt habe oder ob er andere Menschen mit in den Tod habe nehmen wollen. Der Inhalt des Rucksacks, den der Täter bei sich trug, sei aber geeignet gewesen, noch mehr Menschen zu töten. Polizeiangaben zufolge waren weit verstreut Metallteile aufgefunden worden. Bei islamistischen Anschlägen im Nahen Osten werden häufig Metallteile oder Nägel zur Verstärkung der Wirkung eines Sprengsatzes benutzt. Wieweit die Tat islamistischem Terror zuzuordnen sei, müssten die Ermittlungen zeigen, sagte Herrmann. Auszuschließen sei dies nicht.

Herrmann zufolge war der 27-Jährige bereits wegen anderer Vorfälle polizeibekannt gewesen. Sein Asylantrag sei vor einem Jahr abgelehnt worden. Er habe aber den Status der Duldung gehabt.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde die Explosion in der Innenstadt vor einem Weinlokal und in der Nähe des Festival-Eingangs um kurz nach 22.00 Uhr bei der Polizei gemeldet. Das Zentrum Ansbachs wurde weiträumig abgeriegelt. Unter den Verletzten befanden sich nach Polizeiangaben drei Menschen mit schweren Verletzungen.

Augenzeugen berichteten von einer schweren Explosion. „Plötzlich hörte ich einen lauten, einen wirklich lauten Knall, eindeutig eine Explosion“, sagte Anwohner Thomas Debinski Reuters TV. Die Konzertbesucher seien in Panik ausgebrochen, berichtete er. Zunächst habe es Gerüchte über eine Gasexplosion gegeben, „aber dann kamen Leute, die sagten, dass eindeutig ein Rucksack explodiert ist, dass sich jemand in die Luft gesprengt hat.“

Europas Banken erwarten mit Sorge Ergebnisse von Stress-Test
Europas Banken erwarten mit Sorge Ergebnisse von Stress-Test
Viele europäische Banken erwarten mit Sorge die Ergebnisse des aktuellen Stress-Tests. Es wird erwartet, dass einige Banken neues Kapital auftreiben werden müssen. Tatsache ist: Die europäischen Banken haben seit der Finanzkrise deutlich an Boden gegenüber ihren Konkurrenten aus den USA…
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EZB-Chef Mario Draghi und sein portugiesischer Vize Vitor Constancio, Anfang Dezember in Frankfurt. (Foto: dpa)

EZB-Chef Mario Draghi und sein portugiesischer Vize Vitor Constancio, Anfang Dezember in Frankfurt. (Foto: dpa)

Die US-Banken haben die Finanzkrise hinter sich gelassen, während die Europäer noch immer Altlasten mit sich herumschleppen. Wie gravierend die Unterschiede inzwischen sind, hat das Analysehaus Tricumen ausgerechnet: 2007 fuhren die acht größten europäischen Banken mit dem Handel von Anleihen, Devisen und Rohstoffen noch Einnahmen von 48 Milliarden Dollar ein, die fünf größten US-Banken kamen auf 38 Milliarden. Im vergangenen Jahr schafften die Europäer noch 26 Milliarden Dollar, die US-Häuser dagegen 43 Milliarden. Ähnlich ist der Trend im Beratungsgeschäft. „Ich gehe davon aus, dass die europäischen Banken weiter Marktanteile an die Amerikaner verlieren“, sagt Tricumen-Analyst Darko Kapoor.

Die Deutsche Bank warnt regelmäßig vor diesem Szenario. Europa brauche eine globale Bank, damit Unternehmen diesseits des Atlantiks bei Kapitalmarktgeschäften nicht zu abhängig von US-Banken seien, lautet das Mantra.

Viele Bankmanager werden am 29. Juli keinen entspannten Start in die Sommerferien haben. Statt auf dem Balkon oder am Strand müssen sie den Freitagabend im Büro verbringen und die Ergebnisse des europaweiten Banken-Stresstests auswerten. Die EU-Bankenbehörde EBA will die Resultate an diesem Tag erst um 22 Uhr veröffentlichen, wenn alle wichtigen Börsen geschlossen haben. Auf diese Weise gewährt sie Investoren genügend Zeit, die Ergebnisse bis zur Öffnung der Märkte am Montag zu verdauen. Manche Beobachter fühlen sich an Zeiten der Finanzkrise erinnert, als an Wochenenden regelmäßig Rettungspläne für marode Finanzinstitute gebastelt wurden.

Vergleichbare Aktionen erwarten die meisten Banker und Experten dieses Mal zwar nicht, aber die Stimmung ist vor der Verkündung der Zahlen durchaus angespannt. Neben der Deutschen Bank, die mit ihrer Kernkapitalquote von 10,7 Prozent vielen Konkurrenten hinterherhinkt, stehen vor allem italienische Geldhäuser unter Druck. Sie schieben faule Kredite von 360 Milliarden Euro vor sich her und werden beim Stresstest deshalb nach Einschätzung von Experten besonders schlecht abschneiden. EZB-Chef Mario Draghi hat eine rasche Lösung der Probleme angemahnt.

Am Markt gibt es deshalb Spekulationen, die Politik könne die Stresstest-Resultate als Rechtfertigung nutzen, um italienische Geldhäuser zu stützen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erklärte kürzlich, man solle zunächst die Stresstest-Ergebnisse abwarten, um die Probleme der Banken besser bewerten zu können. Viele Experten halten das jedoch für Augenwischerei. „Das Problem der faulen Kredite in Italien ist seit langem bekannt“, sagt ein Bankvorstand. „Ich erwarte nicht, dass die Behörden aus dem Stresstest grundlegend neue Erkenntnisse gewinnen.“

Schon beim vorangegangenen Fitnesscheck 2014 entpuppten sich die Geldhäuser zwischen Neapel und Mailand als größte Sorgenkinder – passiert ist seitdem wenig. „Wenn die Therapie nicht erfolgt, ist das etwas, das man nicht dem Stresstest anlasten darf“, betont Michael Kemmer, der Hauptgeschäftsführer des deutschen Bankenverbands. Staatshilfen für italienische Banken sind aus seiner Sicht allerdings nur „in eng begrenzten Ausnahmefällen“ denkbar. Bei den neun teilnehmenden Instituten aus Deutschland erwartet Kemmer nach dem Stresstest keine „tiefgreifenden Verwerfungen“. Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny sagte der Nachrichtenagentur APA am Freitag, er wolle die Lage der Geldhäuser nicht überdramatisieren. Das sei „ein lösbares Problem, etwa mit dem bewährten Modell einer Bad Bank“.

Die EBA prüft, wie sich die Zahlen der Geldhäuser in einer Krise entwickeln würden. Anders als 2014 gibt es beim diesjährigen Test keine Mindestkapitalquote, die Banken nach dem sogenannten Stress-Szenario mindestens erreichen müssen – sie können somit auch nicht durchfallen. Die EZB will die Resultate aber berücksichtigen, wenn sie gegen Jahresende individuelle Mindestkapitalquoten für Institute festlegt. Die Stresstest-Ergebnisse sind für Banken also eine Art Zwischenzeugnis.

Investoren wollen dabei genau darauf schauen, wie Banken im Stress-Szenario im Vergleich zu ihren Konkurrenten abschneiden. „Es wird Rankings geben – und der Markt bildet sich dann eine Meinung“, sagt ein hochrangiger Bankenaufseher. Die Geldhäuser müssten deshalb genau erklären, wie ihre Ergebnisse zustande gekommen seien. „Da gibt es sehr methodengetriebene, technische Einflüsse.“ Da die deutschen Institute die schärferen Basel-III-Kapitalregeln schrittweise einführen, wird ihre harte Kapitalquote in den nächsten Jahren zum Beispiel tendenziell sinken – völlig unabhängig vom Stress-Szenario. „Dieser Effekt ist bei den deutschen Banken in Summe nicht ganz unbeträchtlich – und muss erläutert werden.“

Viele Institute hoffen, dass Investoren nach dem Stresstest wieder Vertrauen in den Sektor fassen. Seit dem Brexit-Votum sind Bank-Aktien europaweit eingebrochen. Sollten Investoren oder Aufsichtsbehörden nach dem Test von Banken eine Stärkung ihrer Kapitalpolster fordern, stünde der Finanzsektor dagegen vor großen Problemen. „Banken können wegen der niedrigen Zinsen das Kapital nicht so schnell aufbauen, wie sie müssten“, räumt ein hochrangiger Manager ein. „So schnell kann man die Kosten gar nicht abbauen, um das wettzumachen.“

Kapitalflucht: Türkei fürchtet Wirtschaftskrieg gegen Erdogan
Kapitalflucht: Türkei fürchtet Wirtschaftskrieg gegen Erdogan
In der Türkei erwarten verschiedene Medien einen Wirtschaftskrieg des Westens gegen die Türkei. Öl ins Feuer goß der Vorsitzende der Grünen, Özdemir: Er fordert EU-Sanktionen. Die Vertreter der US-Handelskammer in der Türkei sind dagegen nicht so pessimistisch.
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Recep Tayyip Erdogan mit seinem Premier Binali Yildirim (li.) und Generalstabschef Hulusi Akar. (Foto: dpa)

Recep Tayyip Erdogan mit seinem Premier Binali Yildirim (li.) und Generalstabschef Hulusi Akar. (Foto: dpa)

Türkische Medien berichten, dass nach dem misslungenen Putschversuch der „Westen“ darauf erpicht sei, Erdogan mit einer vorsätzlich ausgelösten wirtschaftlichen Krise zu stürzen. So titelt die Zeitung Günes „Der zweite Putschplan des Westens ist die Verursachung einer wirtschaftlichen Krise“. So hatte Barbara Wesel von der Deutschen Welle zwei Tage nach dem Putsch geschrieben: „Politische Instrumente bieten sich nicht mehr an, den Sultan vom Bosporus zu stoppen – sondern nur wirtschaftliche. Das beginnt mit einem Kollaps beim Tourismus, gefolgt von einer Abwanderung der Investoren und großen Unternehmen.“ Die regierungsnahe Zeitung Star bestätigt die Feststellung der Türkei-Gegner, wonach die türkische Regierung und Erdogan nicht mit politischen Mitteln gestürzt werden können. Die türkische Opposition sei zwar gegen den Putschversuch gewesen, doch sie erhoffe sich eine Wirtschaftskrise, um Erdogan loszuwerden. Das ist ihre letzte Hoffnung, so das Blatt.

Tatsächlich kommt es aktuell zu einer Kapitalflucht aus der Türkei. Zuvor hatte die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) die Kreditwürdigkeit der Türkei wegen der politischen Turbulenzen auf „BB“ von „BB+“ heruntergestuft– und damit tiefer in den spekulativen Bereich. Die Banken Morgan Stanley, Societe Generale, BNP Paribas und Citigroup deuteten an, sich zurückziehen zu wollen. Patrick Mange, Fondsmanager bei BNP Paribas Investment Partners, sieht türkische Anlagen kritisch.

Am Sonntag hat der grüne Politiker Cem Özdemir als erster europäischer Politiker Sanktionen gegen die „Machthaber“ in der Türkei angeregt. 

Vizepremier Nurettin Canikli sagte am Donnerstag, dass S&P und die Putschisten demselben Zweck dienen würden. Die Milliyet zitiert Canikli: „Schauen sie, man wartet üblicherweise ein bis eineinhalb Monate ab, um die Auswirkungen des Putschversuchs auf die makroökonomischen Indikatoren zu beobachten und einzustufen. Die Entscheidung von S&P ist weder objektiv noch rational. Es ist unmöglich, mit einer rationalen Logik innerhalb dieser kurzen Zeit eine derart scharfe Entscheidung zu fällen. Sie müssen die Auswirkungen auf den Kapitalmarkt, aus den Haushalt und auf alle anderen Bereiche messen. Das ist innerhalb von drei Tagen schlichtweg unmöglich.“

Erdogan sagte, dass die Entscheidung der Ratingagentur eine politische sei. „Diese Ratingagenturen warten auf derartige Gelegenheiten. Doch sie werden uns nicht stoppen und die Notenbank wird die Liquidität sicherstellen“, zitiert Finans Gündem Erdogan.

Währenddessen ist der türkische Finanzminister darum bemüht, die Investoren zu beruhigen.

„Es wird eine maximale Feinfühligkeit für die wirtschaftliche Freiheit geben“, zitiert Bloomberg Simsek. Zudem werde die Türkei Maßnahmen treffen, um private Investitionen zu fördern. The Economist berichtet in diesem Zusammenhang, dass das Scheitern des Putschversuchs sich bisher positiv auf die türkische Wirtschaft ausgewirkt habe. „Das ist kein Sieg für die türkische Demorkatie. Statt die demokratischen Institutionen zu stärken, wird Herr Erdogan seine realen und als Feind wahrgenommenen Feinde säubern und seine eigene Herrschaft etablieren. Putsche können viele Formen haben.“

Die Türkisch-Amerikanische Handelskammer (TABA-AmCham) gibt sich von allen Organisationen und Personen am optimistischsten. Der Chef der TABA-AmCham, Bora Gurcay, sagt, dass US-Firmen im aktuellen Jahr Direktinvestitionen in der Türkei tätigen wollen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Nach Angaben von Gurcay, der auch Chef von Motorola Solutions Turkey ist, sollen vier prominente US-Firmen in den kommenden Monaten große Investitionen in der Türkei durchführen. „Als die Leute das erste Mal von den Ereignissen gehört haben, brach eine Panik bei den ausländischen Firmen aus (…) Aber nachdem das türkische Volk den Putschversuch gestoppt und die Demokratie verteidigt hat, indem sie auf die Straßen gingen, entstand der Eindruck, wonach sich dauerhafte Investitionen in dem Land lohnen“, so Gurcay.

Im vergangenen Jahr befand sich die Türkei auf der Liste der beliebtesten Destinationen für ausländische Investoren auf Platz 20. Es gab ausländische Direktinvestitionen (FDI) von 16,5 Milliarden Dollar, berichtet die Welthandelskonferenz (UNCTAD). Die Renditen für zwei- fünf- und zehnjährige Staatsanleihen hätten aufgrund des Putschversuchs und der Entscheidung der Ratingagentur steigen müssen. Doch dem ist nicht so. Bei allen Staatsanleihen gab es prozentuale Renditenrückgänge. Der Anleihenmarkt hat offenbar nach wie vor ein großes Vertrauen in die türkische Wirtschaft.

Streit mit Türkei: Europa könnte von Öl-Regionen abgeschnitten werden
Streit mit Türkei: Europa könnte von Öl-Regionen abgeschnitten werden
Die aktuelle Entfremdung zwischen der EU und der Türkei wird auch energiepolitische Folgen haben. Die EU wird schrittweise aus den ölreichen Regionen in der Nachbarschaft der Türkei isoliert. Mit der Türkei als EU-Mitglied hätte Europa seine Energiezufuhr autonom bestimmen können.
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Erdogan und Juncker am 5. Oktober 2015 in Brüssel. Juncker will verhindern, dass die EU vom Öl isoliert wird. (Foto: dpa)

Erdogan und Juncker am 5. Oktober 2015 in Brüssel. (Foto: dpa)

Aufgrund der Entfremdung zwischen der Europa und der Türkei wird es für  die EU zunehmend schwieriger, zu den wichtigsten Energieressourcen der Welt einen autonomen Zugang zu bekommen und ihre Energiezufuhr zu kontrollieren. Die Türkei will als Schnittstelle zwischen den EU-Absatzmärkten und den energiereichen Regionen in Zentralasien, im Kaukasus und im Nahen Osten agieren. Wenn die Türkei ein Mitglied der EU wäre, hätte die EU einen direkten Zugang zu jenen Energieressourcen, was entscheidend für die Energieunabhängigkeit der EU wäre. Europäische Energiekonzerne könnten dann den EU-Markt autonom versorgen und einen enormen Einfluss auf die Ölpreisbildung ausüben.

Allerdings gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass sich die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei nicht verbessern, sondern verschlechtern werden. Eine politische Einigung zwischen Ankara und Brüssel ist nicht in Aussicht. Türkische Geopolitiker bewerten die aktuellen Entwicklungen zwischen der EU und der Türkei aus einer globalen Perspektive.

Der türkische Oberst a.D. und Geopolitiker, Nejat Tarakçı, berichtet in einer Analyse der Denkfabrik TASAM: „Nach dem Zerfall der UDSSR gab es zwischen der EU und den USA eine Kooperation, um das entstandene Machtvakuum in Europa auszufüllen. Diese Kooperation wurde nach dem Jugoslawienkrieg und dem Ersten Golfkrieg (1991) aufgelöst, weil die Amerikaner Europa aus den Energie-Regionen verdrängte und gleichzeitig in anderen Bereichen eine Teilung der finanziellen Last verlangte. Die USA traten mit Japan und Deutschland auf der globalen Ebene in eine wirtschaftliche und politische Konkurrenz. Die Strategie Deutschlands, gemeinsam mit Frankreich die EU als balancierenden Gegenpol aufzubauen, ist aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Manövrierfähigkeit der USA ins Leere gelaufen (…). Das Ziel der USA, seine militärische Stärke zu nutzen, um in den ölreichen Regionen ein Monopol aufzubauen, hat dazu geführt, dass die EU und die USA zwangsläufig zu Konkurrenten wurden.“

Audi will Bau von Elektro-Autos beschleunigen
Audi will Bau von Elektro-Autos beschleunigen
Audi will den Bau von neuen Elektro-Modellen forcieren. Das Unternehmen blickt vor allem auf China als neuem Absatzmarkt.
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Audi will in China nicht mehr bloß Spritfresser verkaufen. (Foto: dpa)

Audi will in China nicht mehr bloß Spritfresser verkaufen. (Foto: dpa)

Audi will den Anteil an Elektrofahrzeugen in den kommenden Jahren massiv ausbauen. In einem Interview der Heilbronner Stimme erklärte der Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler: „In den nächsten drei bis vier Jahren werden wir diverse Plug-In-Hybride anbieten. Bis 2020 drei reine E-Autos und bis 2025 einen Anteil von 25 bis 30 Prozent.“ Es werde auch in den unteren Segmenten etwas auf den Markt gebracht. Den Anfang macht nach seinen Worten 2018 ein Geländewagen, gefolgt von einem elektrifizierten Kompaktwagen. Später soll die gehobene Mittelklasse folgen.

Gerade für Märkte wie China sieht Stadler einen hohen Bedarf an E-Autos. Auch das Wasserstoffauto, das Spezialisten in Neckarsulm zur Serienreife entwickeln, soll kommen. Im Gegenzug will Audi sein Modellprogramm straffen. Stadler stellt zum Beispiel die dreitürigen Versionen von A1 und A3 infrage. „Da haben wir andere Ideen für interessantere Derivate“, sagte Stadler. Auch die hohe Variantenzahl bei Motoren, Getrieben, Lenkrädern, Sitzen und anderen Teilen stehe zur Disposition.

EU will europäische Kunden gegen VW unterstützen
EU will europäische Kunden gegen VW unterstützen
Die EU-Kommission will die geschädigten VW-Kunden in Europa beim Kämpf um Entschädigungen wegen des Diesel-Skandals unterstützen. VW-Chef Müller hatte erst vor kurzem erklärt, dass eine Entschädigung für alle europäischen Kunden für das Unternehmen zu einer ernsthaften Belastung würden.
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EU-Kommissarin Vera Jourova mit der US-Staatssekretärin Penny Pritzker in Brüssel. (Foto: dpa)

EU-Kommissarin Vera Jourova mit der US-Staatssekretärin Penny Pritzker in Brüssel. (Foto: dpa)

Die Europäische Kommission will einem Bericht zufolge den Ansprüchen europäischer Volkswagen-Kunden im Dieselskandal zur Durchsetzung verhelfen. Justizkommissarin Vera Jourova wolle die Bemühungen europäischer Verbraucherschützer koordinieren, entsprechende Leistungen durchzusetzen, berichtete die Zeitung Die Welt. Es müsse sichergestellt werden, dass die Verbraucher eine fair behandelt würden, zitiert die Zeitung aus einem Schreiben der Kommissarin. In dem Fall könnten verschiedene Teile des europäischen Verbraucherrechts angewandt werden.

Im Skandal um massenhaft manipulierte Diesel-Abgaswerte lehnt Volkswagen Entschädigungszahlungen für europäische Kunden ab. In den USA hat sich VW dagegen zu Milliardenzahlungen verpflichtet. Bei der Kommission war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. VW wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Zuletzt hatte VW-Chef Müller erklärt, dass Entschädigungen für die Kunden in Europa das Unternehmen in ernste Schwierigkeiten bringen könnten.

Die EZB hat vor kurzem mit dem Ankauf von Unternehmensanleihen von VW begonnen, um dem Konzern in der Krise zu helfen.

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