Roboter können Kernschmelze in Atom-Kraftwerken verhindern

Die US-Behörde DARPA veranstaltet ein internationales Roboter-Turnier, bei dem die Maschinen eine simulierte Kernschmelze verhindern sollen. Dabei werden die Umstände der Fukushima-Katastrophe simuliert. Für die Entwickler-Teams aus aller Welt geht es um Preisgelder von insgesamt 3,5 Millionen US-Dollar.

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Diese Maschine hätte in Fukushima das Schlimmste verhindern können: Der Roboter vom Team Kaist aus Korea hat das Turnier gewonnen. (Screenshot)

Diese Maschine hätte in Fukushima das Schlimmste verhindern können: Der Roboter vom Team Kaist aus Korea hat das Turnier gewonnen. (Screenshot)

Die Kernschmelze in Fukushima hätte mit dem Einsatz von Robotern eventuell verhindert werden können. Wenn diese entscheidenden Druckventile geöffnet hätten, denn die dortige Strahlendosis hätte kein Mensch überlebt. Spezielle Roboter hätten die Arbeit erledigen können, allerdings gab es sie damals noch nicht.

Dies ist einer der Gründe weshalb DARPA seit dem Jahr 2012 jährlich eine Art Roboterweltmeisterschaft veranstaltet. Hinter DARPA verbirgt sich die Defense Advanced Research Projects Agency und ist eine Forschungsbehörde des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Bei der DARPA Robotics Challenge geht es darum, dass Roboter sich in einem ähnlichem Szenario einer Reihe von Aufgaben stellen müssen.

Ursprünglich sollten 25 Teams aus aller Welt teilnehmen, am Ende waren es nur 24. Wie das Magazin gizmodo  berichtet, soll ein Team aus China Probleme mit der Einreise gehabt haben, weshalb sie ihre Teilnahme kurzfristig widerrufen mussten. Mehr als die Hälfte der Teams kommt aus den Vereinigten Staaten, ein deutsches Team der Universität von Bielefeld war dieses Jahr auch vertreten, wenngleich es nicht unter den Gewinnern landete.

Die Teams und ihre Roboter müssen insgesamt 8 Aufgaben erfüllen, die inhaltlich an die Umstände und Anforderungen angelehnt sind, wie es sie bei der Katastrophe von Fukushima gab. Die Teams steuern ihre Roboter dabei aus einiger Entfernung, sodass sie keinen Sichtkontakt zu ihren Schützlingen haben. Ganz wie bei einer echten Katastrophe eben.

Um möglichst authentische Situationen zu schaffen, wird auch der Funkkontakt mit den Robotern gestört. Dadurch müssen die Ingenieure ihre Roboter so entwerfen, dass sie auch in der Lage sind selbstständig und autonom zu handeln. Das ist unabdingbar, da es bei Naturkatastrophen immer wieder zu Störungen und Unterbrechungen kommt.

An insgesamt zwei Wettkampftagen haben die Teams die Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Jeden Tag darf jedes Team einen Lauf starten. Der Versuch mit den meisten Punkten fließt dann in die Wertung ein. Insgesamt vier mal ist der Parcours aufgebaut wurden, in dem sich die Teams und ihre Roboter diversen Aufgaben stellen müssen.

Zunächst muss das Testgelände mit einem Fahrzeug erreicht und das Fahrzeug verlassen werden. Die allermeisten Roboter sind im Bau dem Menschen nachempfunden, was auch mit Problemen verbunden ist. Denn immer wieder scheitern die Androiden am aufrechten Gang und fallen beim Laufen, Aussteigen oder einfach nur beim Stehen um. Die Roboter durften mit Sicherungshaken befestigt werden, damit beim Umfallen nichts kaputt geht. Fiel ein Roboter dennoch um, musste er sich selbstständig wieder aufrichten oder das Team durfte ihn wieder aufrichten. Bekam dann aber eine zehnminütige Strafe auferlegt.

Nachdem das Fahrzeug verlassen wurde, sollte ein Ventil erreicht und verschlossen werden. Um das zu erreichen muss der Roboter eine Tür öffnen und sich seinen Weg in einem Gebäude bahnen. Nachdem die Roboter dann eine Mauer durchbrechen mussten, erwartete die Teams eine Überraschungsaufgabe. Im Gegensatz zu den anderen Aufgaben, die den Teilnehmern vorab bereits bekannt waren, konnte man sich auf diese also nicht vorbereiten.

Wer auch diese Aufgabe meistern konnte, musste ein Trümmerfeld durchqueren. Dabei war es den Teams freigestellt, ob ihr Roboter die Trümmer umgeht oder sie auf dem Weg räumt. Die letzte Aufgabe klingt zwar sehr einfach, stellt Roboterentwickler aber immer wieder vor große Probleme: Treppensteigen.

Während den Teilnehmern in den Qualifikationsrunden noch 30 Minuten für jede Aufgabe eingeräumt wurde, haben die Finalisten für den gesamten Parcours nur noch eine Stunde Zeit zur Verfügung. Schließlich zählt auch im Ernstfall jede Minute. In den Vorläufen war außerdem noch eine Kabelverbindung gestattet. Im Finale war es nur eine kabellose Verbindung, die zudem noch regelmäßig für bis zu 30 Sekunden ausfiel.

Am Ende konnte sich das südkoreanische Team Kaist und ihr 1,80 Meter großer und 80 Kilogramm schwerer Roboter „DRC-HUBO“ über 2 Millionen Dollar Preisgeld freuen. Platz 2 und 3 erhielten immerhin noch eine beziehungsweise eine halbe Million Dollar als Prämie.

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