HSBC: Die Abwertung des Yuan war überfällig

Die Sprecherin von HSBC hält die Panik an den Märkten wegen der Yuan-Abwertung für falsch. Der Anpassungsprozess sei vielmehr notwendig und aufgrund der Aufwertung des Dollars angemessen. Die Schweiz hatte einen vergleichbaren Schritt mit umgekehrten Vorzeichen vollzogen und wollte die Abwertung des Euro nicht länger mitgehen.

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Nachrichten aus China halten die Anleger weiter in Atem. Nach dem Beben an den chinesischen Aktienmärkten, das Anfang Juni innerhalb kurzer Zeit zu Kursverlusten von rund 30 Prozent geführt hat, ist es aktuell der spektakuläre Schwenk in der Wechselkurspolitik der Notenbank des Landes, der die Verunsicherung weiter schürt. In den Augen vieler Marktbeobachter ist die schrittweise Abwertung des Yuan ein Paradigmenwechsel.

Bisher hatte Peking die heimische Währung fest an den stetig steigenden Dollar gekoppelt. China ist die drittgrößte Wirtschaftsmacht auf unserem Globus. Wenn deren Motor ins Stottern gerät, bleibt das nicht ohne Folgen und die Aufregung ist entsprechend groß. Vor negativen Übertreibungen warnt allerdings die Vorstandssprecherin von HSBC Trinkaus, Carola Gräfin v. Schmettow, im Gespräch mit PLATOW.

In ihren Augen war die Abwertung des Yuan geradezu überfällig. V. Schmettow, die China gut kennt und pro Jahr zweimal dort ist, bleibt voller Zuversicht für die weitere Entwicklung der Volksrepublik. Es wäre in der Tat viel bedenklicher, wenn die Verantwortlichen in der chinesischen Administration angesichts offensichtlicher Probleme des Landes nicht aktiv geworden wären. Der jetzt unternommene Anpassungsprozess war notwendig und ist aus wirtschaftlicher Sicht auch angemessen. Die von einigen Ökonomen, Marktteilnehmern aber auch Medien geäußerte Befürchtung eines möglichen „Währungskrieges“ ist stark in Zweifel zu ziehen.

Dass sich Währungen verändern, ist zumindest in einem System freier Wechselkurse völlig normal. Bevor Peking aktiv wurde, hat die deutlich kleinere Schweiz einen vergleichbaren Schritt mit umgekehrten Vorzeichen vollzogen. Das Alpenland hat den Franken fest an den Euro gekoppelt, konnte und wollte die Abwertung des Euro nicht länger mitgehen. Im Fall von China war es die Aufwertung des Dollar, die auch den Yuan mit nach oben zog.

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