Trotz Rohstoff-Schock: Investoren wetten auf steigenden Goldpreis

US-Fondsmanager schätzen die Lage der Weltwirtschaft so pessimistisch ein wie zuletzt zur Finanzkrise. Sie sehen dabei die Börsen-Turbulenzen in China und eine Krise in den Schwellenländern als die größten Risiken. Eine Mehrheit der Manager hält Gold dagegen zum ersten Mal seit sechs Jahren für unterbewertet und wettet auf einen baldigen Preisanstieg.

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Eine Umfrage der Bank of America Merrill Lynch kommt zu dem Schluss, dass Gold zum ersten Mal seit sechs Jahren unterbewertet ist. An der Umfrage nahmen 202 US-Fondsmanager teil, die zusammen ein Vermögen von mehr als einer halben Milliarde Dollar verwalten. Die Umfrage ergab, dass die Stimmung unter den Fondsmanagern so pessimistisch ist wie zuletzt im Jahr 2009, wenige Monate nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers. Zwei Drittel der Befragten rechnet mit fallenden Kursen, wie Business Insider berichtet. Sie sehen eine drohende Rezession in China und eine Krise an den Schwellenländer-Märkten als größte Bedrohung für die Weltwirtschaft. Vor allem der aktuelle Rohstoff-Schock hat auch die Gold-Anleger verunsichert.

Dementsprechend erhöhten die Manager ihre Bargeld-Reserven auf nunmehr 5,2 Prozent. Sie nähern sich damit dem Niveau der Finanzkrise an, als sie 5,5 Prozent des verwalteten Vermögens bar bereitlegten, um schnell auf sich ändernde Marktbedingungen reagieren zu können. Die Mehrheit der Befragten ist zudem der Ansicht, dass Gold derzeit unterbewertet sei. Das letzte Mal, als die Fondsmanager das Edelmetall als so günstig einschätzten, verdoppelte sich der Preis in den darauf folgenden zwei Jahren.

Nachdem der Goldpreis im Juli noch auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief gefallen ist und sich der Marke von 1.000 Dollar pro Feinunze annäherte, hat er sich im August überraschend stabilisiert. Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.125 Dollar und hat damit die psychologisch wichtige Marke von 1.100 Dollar zurückerobert. Innerhalb weniger Tage legte der Preis dabei um mehr als 40 Dollar zu.

Der Fondsmanager und Milliardär Stanley Druckenmiller wettete dabei erfolgreich auf einen Anstieg des Goldpreises, wie Zero Hedge berichtet. Druckenmiller, Gründer von Duquesne Capital Management und scharfer Kritiker der Niedrigzins-Politik der Federal Reserve, hat seine Long-Position auf Gold im zweiten Quartal 2015 auf 20 Prozent ausgeweitet, wie aus Daten der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Damit nimmt Gold in seinem Portfolio mittlerweile die größte Position ein.


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