3D-Druck enttäuscht die Erwartungen der Anleger

3D-Drucker haben mit ihrer revolutionären Technologie anfangs viele Investoren angelockt. Allerdings kämpfen diese trotz Umsatzsteigerungen in den letzten Jahren mit starken Kursverlusten. Durch das stetig steigende Angebot neuer Hersteller steigt der Margendruck.

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Vor knapp zwei Jahren war der 3D-Druck in aller Munde. Viele Experten prophezeiten damals, dass die Branche viele Bereiche der industriellen Fertigung massiv umwälzen werde. Deshalb gingen sie für den Sektor von massiven Umsatz- und Nettogewinnsteigerungen aus. Auch bei den Investoren an der Wall Street herrschte Euphorie. Sie trieben die Kurse von Anbietern wie 3D Systems, Stratasys und ExOne in ungeahnte Höhen.

Nicht selten bezahlten die Anleger für Firmen deutlich mehr als das Zehnfache des Jahresumsatzes und dies, obwohl die Profitabilität alles andere als berauschend war. Mittlerweile ist die Partystimmung an der New York Stock Exchange mehr als verflogen. Kursverluste von deutlich über 70 Prozent seit Anfang 2014 sind die Regel statt die Ausnahme. Hinzu kommt, dass die Analysten (Thomson) ihre Schätzungen für die Konzerne nach deftigen Gewinnwarnungen mehrmals massiv nach unten korrigieren mussten.

Im laufenden Jahr könnten die Erlöse beim Branchenführer Stratasys sogar leicht schrumpfen. Dies stimmt skeptisch, dass die Talsohle bei den meisten der Branchenvertreter bereits erreicht ist. Vielmehr drohen weitere Enttäuschungen – auch wenn dieser Industriezweig langfristig stark wachsen wird. Eine Umsatzverdopplung bis zum Ende des Jahrzehnts ist möglich. Der Kuchen wird aber zunehmend auf mehr Spieler verteilt. So will der Weltkonzern Hewlett-Packard ab dem Jahr 2016 selbst 3D-Drucker auf den Markt werfen.

Auch aus China dürften viele günstige Geräte in den Export gehen. Zu verlockend ist es, an dem boomenden Geschäft teilzuhaben. Allerdings wird das zunehmende Angebot zu einem verschärften Wettbewerb und somit zu Margendruck führen. Diese Entwicklung war vor einigen Jahren schon in der Computerbranche oder im Handysektor zu beobachten, wo neue Player etablierte Firmen aus dem Markt drängten. Deshalb ist ein Investment in die bislang noch dominierenden 3D-Druck-Gesellschaften hoch spekulativ und nur mit äußerster Vorsicht anzugehen.

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