Zuviel Volumen: Erfolgreiche Fonds stoßen an ihre Grenzen

Unter den Investmentfonds sind in Deutschland besonders Mischfonds beliebt. Ein großes Volumen bedeutet für Anleger jedoch nicht automatisch eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Strategie.

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Die jüngsten BVI-Absatzzahlen zum ersten Halbjahr 2015 zeigen es: Mischfonds sind seit zweieinhalb Jahren die beliebteste Investmentfondskategorie in Deutschland. Hohe verwaltete Fondsvermögen füllen die Kassen der Fondshäuser, weshalb die Gesellschaften zunächst einmal kein Interesse daran haben, Mittelzuflüsse zu begrenzen. Die meisten Kosten auf Fondsebene werden nämlich prozentual auf das Volumen berechnet. Das mag aus Anlegersicht bedauerlich sein, zumal kaum eine Fondsgesellschaft in Deutschland Anleger an den Größenvorteilen ihrer Fonds teilhaben lässt und die Gebühren mit steigendem Volumen senkt.

Auf die Frage, ob ein hohes Fondsvolumen grundsätzlich schlecht für Sparer ist, lässt sich nicht pauschal antworten. Dass es manche Gesellschaften trotzdem tun, liegt daran, dass sich nicht jede Anlagestrategie mit einem zu hohen Fondsvolumen erfolgreich umsetzen lässt. Schließt eine Fondsgesellschaft einen Fonds aus Kapazitätsgründen, entscheide sie sich damit bewusst gegen ihre kurzfristigen finanziellen Interessen und für die langfristigen Interessen ihrer Anleger, was ihr auf lange Sicht ebenfalls zugutekommen sollte, sagt Barbara Claus, Fondsanalystin beim Ratinganbieter Morningstar.

Im Mischfondsbereich hat sich bspw. die Investmentgesellschaft C-Quadrat hervorgetan, die u. a. als Plattform für die von Arts quantitativ verwalteten Fonds fungiert. Aus Sorge um den zukünftigen Erfolg ihrer beiden Mischfonds hatte das Team um Fondsmanager Leo Willert bereits im April 2011 beschlossen, keine Neugelder zuzulassen. Gleichzeitig wurden jedoch Produkte mit einer sehr ähnlichen Strategie neu aufgelegt, was diese Entscheidung zum Teil konterkariert. Die genossenschaftliche Fondsgesellschaft Union Investment hat vor geraumer Zeit bei ihren offenen Immobilienfonds eine Liquiditätssteuerung eingeführt, die im Ergebnis zur Folge hat, dass bei entsprechender Ampelschaltung keine neuen Anlegergelder angenommen werden. Auch bei einzelnen Rentenlaufzeitfonds kommen Kapazitätsgrenzen zum Tragen.

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