Österreich: Exporteuren drohen Zahlungausfälle aus Russland

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Ländern wie Russland, der Türkei und China werden zu einem Risiko für österreichische Exporteure. Dabei geht es nicht nur um potentiell sinkende Exporte, sondern vor allem um Zahlungsausfälle für geleistete Exporte.

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Die Zahl der Länder, die für österreichische Exporteure Risiken mit sich bringen, steigt. In vielen Ländern sind die Fälle der Zahlungsverzüge erheblich gestiegen, wie die aktuellen Daten der Österreichischen Kreditversicherung (OeKB) zeigen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stehen Russland, die Türkei und Indien derzeit an der Spitze der Länder mit den höchsten Zahlungsverzügen gegenüber österreichischen Unternehmen. Angesichts der Tatsache, dass mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit aus einem Zahlungsverzug auch ein Schadensfall wird, spiegelt diese Erhebung ein reales Risiko für die Firmen wider.

Die Rezession in Russland und Brasilien hat zu den steigenden Zahlungsverzügen geführt. Doch wie China und Indien zeigen, nehmen selbst in Ländern, die noch ein Wachstum generieren, die Zahlungsverzüge zu. Der Rückgang des Wachstums auf 6,5 Prozent hat in China schon große Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen. Und in der Türkei ging das Wachstum von über 9 auf 2,9 Prozent zurück. Und auch die Arbeitslosigkeit ist mit 9,9 Prozent der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) zufolge auf einem sehr hohen Niveau, die Inflation beträgt 8,9 Prozent und auch die Wachstumsaussichten sind getrübt. „Die geplante Anhebung des Leitzinses der Federal Reserve Bank im kommenden September lässt Experten weitere Turbulenzen in der Türkei erwarten“, so die OeKB.

Bei den BRIC generell profitieren die österreichischen Unternehmen noch von der Hochkonjunktur vergangener Tage. Daher seien auch die Schäden durch Forderungsausfälle noch immer auf niedrigem Niveau. „Aktuell melden die Exporteure allerdings in allen BRIC Staaten steigende Zahlungsverzüge.“ Das werde sich in den kommenden Monaten dann auch auf die eintretenden Schäden auswirken.

Unterdessen nehmen Länder wie Mexiko, Ecuador und Peru für die Exporteure an Bedeutung zu. Das erkläre auch, warum die Länder erstmals unter die Top 10 Verzüge der OeKB gefallen sind. Je mehr Geschäfte gemacht werden, umso eher kann es, abgesehen von zunehmender wirtschaftlicher Schwäche, zu Zahlungsverzügen kommen.

Schwierigkeiten sieht die OeKB auch beim Iran. Die Euphorie, zu alten Exportzeiten mit dem Iran nach Aufhebung der Sanktionen 2016 zurückzukehren, ist auch in Österreich groß. Die OeKB rechnet mit einer Steigerung des Außenhandelsvolumens mit dem Iran auf eine Milliarde innerhalb von vier bis fünf Jahren. Doch „genutzte Export-Chancen haben keinen Wert, wenn man das Risiko nicht frühzeitig erkennt und am Ende ohne Zahlungseingang dasteht“, sagt Karolina Offterdinger, Vorstand der OeKB Versicherung. „Eine Zahlung von 5.000,- Euro bleibt aus. Das klingt nicht viel. Aber um diesen Verlust auszugleichen, ist ein weiterer Umsatz von 100.000,- Euro notwendig, wenn die Gewinnspanne fünf Prozent beträgt.“

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