Börsen-Crash: Wall Street von zweiter Verkaufswelle erfasst

Die Wall Street konnte ihre kurzzeitige Konsolidierung nach dem Crash an den asiatischen und europäischen Börsen nicht halten. Am Nachmittag setzte eine zweite Verkaufswelle ein. Auch der populärste Wert, Apple, schloss im Minus.

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Der Dow Jones konnte seine kurzfristige Stabilität nicht halten. (Grafik: ariva.de)

Der Dow Jones konnte seine kurzfristige Stabilität nicht halten. (Grafik: ariva.de)

Auch die US-Börsen haben am Montag dem weltweiten Börsen-Crash nicht trotzen können. Zwar kämpften sich die wichtigsten Indizes am Montag in New York nach einem schwachen Handelsstart zunächst so weit wieder nach oben, dass ihre Verluste weniger als ein Prozent betrugen. Im späten Handel gewann jedoch die Sorge über die Konjunkturentwicklung in China wieder die Oberhand. Auch die Titel von Apple, die nach einem Absturz von 13 Prozent zeitweilig mehr als zwei Prozent im Plus lagen, schlossen mit einem deutlichen Abschlag.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 15.871 Punkten 3,6 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 15.370 und 16.459 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1893 Zählern 3,9 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 3,8 Prozent und schloss bei 4526 Punkten. In Frankfurt hatte der Dax mit 9648 Punkten 4,7 Prozent im Minus geschlossen.

Seit Jahresbeginn häufen sich die Anzeichen für eine stärkere Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. Das weltweite Börsenbeben am Montag begann dann auch in Shanghai, wo der Leitindex um 8,5 Prozent abstürzte. Nach Asien und Europa wurden auch die US-Märkte erfasst: Der Dow Jones gab zunächst 1000 Zähler ab, in Punkten der größte Verlust seiner Geschichte. Eine Erholung gegen Mittag begründeten Experten noch mit starken US-Fundamentaldaten. Auch das US-Präsidialamt erklärte zu den Turbulenzen am Markt, die Amerikaner sollten sich auf die ungebrochene Stärke ihrer Wirtschaft besinnen.

Allerdings rutschten die Kurse im späteren Verlauf wieder ab. Teilweise hätten die Käufer angesichts der niedrigen Kurse kurzfristige Gewinne angepeilt, sagte Rick Meckler, Präsident von LibertyView Capital Management am Nachmittag. „Jetzt sehen wir eine zweite Verkaufswelle.“

Die Sorgen um die chinesische Konjunktur hatten besonders Apple getroffen, weil das Reich der Mitte ein zentraler Markt für die Smartphones des US-Konzerns sind. In einer E-Mail an den Sender CNBC erklärte allerdings Firmenchef Tim Cook, der iPhone-Hersteller habe dort im Juli und August ein „starkes Wachstum“ verzeichnet. Apple-Titel schlossen nach ihrem Ausflug in die Gewinnzone fast 2,5 Prozent im Minus.

Andere High-Tech-Werte schlugen sich noch schlechter. Die Aktien des chinesischen Internet-Händlers Alibaba lagen fast 3,5 Prozent im Minus und fielen damit unter ihren Ausgabepreis des viel beachteten Börsengangs. In der vergangenen Woche hatte bereits Twitter dieses Schicksal erlitten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,66 Milliarden Aktien den Besitzer. 131 Werte legten zu, 3064 gaben nach und 39 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,47 Milliarden Aktien 281 im Plus, 2633 im Minus und 85 unverändert.

Die Unruhe an den Aktienmärkten machte US-Staatsanleihen attraktiv. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 9/32 auf 99-27/32. Sie rentierten mit 2,02 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 4/32 auf 102-26/32 und hatten eine Rendite von 2,74 Prozent.

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