Die Verlierer der Yuan-Abwertung

Die Auswirkungen der Yuan-Abwertung reichen bis tief in die deutsche Wirtschaft. Einige Branchen und Sektoren sind weitaus schwerer von der chinesischen Börsenkrise betroffen als andere. Es gilt abzuwarten, ob „Made in Germany“ auch trotz der Verschlechterung in der preislichen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Luxusgüter-Markt punkten kann.

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Über die Gründe für die Abwertung der chinesischen Währung ist in den vergangenen Tagen viel spekuliert worden. Doch was bedeutet die Abwertung des Yuan für Aktien im Allgemeinen und PLATOW-Empfehlungen im Besonderen? Hier gilt es nach Sektoren zu differenzieren. Während laut Citibank nur 6,0 Prozent der Euroland-Ausfuhren nach China gehen, liegen die Quoten in bestimmten Branchen merklich höher.

Die Bedeutung Chinas für Luxusgüterhersteller wie Hermès, LVMH oder Richemont ist legendär. Aber auch deutsche Autos sind im Reich der Mitte sehr begehrt. Entsprechend spiegeln sich die neuen Bedenken in den Kursstürzen von BMW, Daimler und VW wider, wenn auch mit deutlichen Übertreibungen. Weitere Verlierer sind Rohstoffkonzerne, von denen es in Deutschland indes kaum börsennotierte Vertreter gibt. Unternehmen zyklischer Branchen mit hoher Exportquote, wie sie etwa typisch für die Chemiebranche oder Maschinenbauer sind, können ebenfalls dazugehören.

Nicht in der Schusslinie sind Unternehmen aus Branchen, die kaum oder gar nicht in China tätig sind, wie z.B. viele Banken, Versicherer, Medienfirmen, Versorger oder Telekommunikationsanbieter. Von unseren Musterdepotwerten ist außer Daimler daher niemand wirklich betroffen. Für Firmen wie Axel Springer, Drillisch, Indus, Grand City Properties oder Nordex hat der Yuan-Wechselkurs nahezu keine Bedeutung. Bei Allianz, Amgen, BB Biotech und Roche ist sie ebenfalls marginal. Und auch bei Daimler besteht kein Grund zur Panik: Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit mag sich etwas verschlechtert haben. Schwächer als zu Jahresbeginn notiert der Euro gegenüber dem Yuan aber auch jetzt noch, der Anbindung der chinesischen Währung an den US-Dollar sei Dank. Zudem produziert Daimler hochwertige Qualitätsgüter „Made in Germany“, für die der Faktor „Preis“ nicht der alleinige Kaufgrund ist.

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