Anzeichen für riesige Wasservorkommen auf dem Mars

Forscher sehen Anzeichen dafür, dass es riesige Mengen an flüssigem Wasser auf dem Mars gibt. Die heutige Beschaffenheit der Marsoberfläche sei demnach durch Ausbrüche von Grundwasser zustande gekommen. Bisher wurde Wasser auf dem roten Planeten nur in Form von Eis vermutet.

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Vor über drei Jahren, Anfang August 2012, landete der Rover Curiosity auf dem Mars. Seitdem sendet er regelmäßig neue, spannende Fotos und Daten an die Erde, die dabei helfen sollen die Geschichte zu erforschen und mehr über den roten Planeten zu erfahren.

Eine wichtige Frage dabei ist, ob es jemals Leben auf dem Mars gegeben haben könnte. Grundlegende Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein von Wasser. Dass es auf dem Mars Eis gibt, galt schon vor der Landung der Curiosity als nahezu sicher. Fraglich war, ob es auch jemals flüssig war. Wie Phys.org berichtet, will der belgische Wissenschaftler Wouter Marra nun Belege dafür haben.

In seiner Doktorarbeit hat der Forscher der Universität von Utrecht nun seine Theorie veröffentlicht, die nahelegt, dass es vor vielen Jahren fließendes Wasser auf dem Mars gab. Geht es nach ihm, gab es früher riesige Mengen Grundwasser, das sich auch zuverlässig seinen Weg an die Oberfläche des Planeten bahnte.

Zu diesem Schluss kommt der Wissenschaftler zumindest aufgrund seiner Beobachtungen und Experimente. Unabhängig vom Klima soll das Grundwasser lange Zeit flüssig vorhanden und die Hauptquelle für Wasser auf dem Mars gewesen sein.

Die meiste Zeit war es jedoch unmöglich, dass Wasser auf dem Planeten geflossen sei. „Der Atmosphärendruck war so gering, dass flüssiges Wasser sofort gefroren oder verdunstet wäre. Allerdings lassen sich auf dem Mars viele Strukturen wie Flussbetten und Täler finden, die nahelegen, dass fließendes Wasser einst existierte“, stellt Marra fest. Die Frage ist nur, wo das Wasser herkam, das diese Strukturen formte.

Seine Theorie besagt, dass diese Strukturen durch den Ausfluss von Grundwasser zustande kamen. Da es auf der Erde wenige solcher Vorkommen gibt, musste Marra für seine Forschungsarbeit auf maßstabsgetreue Experimente zurückgreifen, um mehr über den Wasserkreislauf des Mars herauszufinden.

Grundwasser kann aufgrund verschiedener Ursachen auf verschiedenen Wegen versickern. Je nach Art und Ursache hinterlässt das Versickern unterschiedliche Spuren. Um seine Theorie zu untermauern, erschuf Marra eine experimentelle Umgebung mit verschiedenen Sedimentschichten, durch die Grundwasser an verschiedenen Stellen an die Oberfläche gelangen konnte. Die Ergebnisse seiner Experimente verglich er anschließend mit den Beobachtungen von der Marsoberfläche.

Zum Vorschein kamen dabei teils erstaunliche Gemeinsamkeiten zwischen den Ergebnissen des Experiments und den tatsächlichen Strukturen auf dem Mars. Eine entscheidende Rolle bei der Formung der Landschaften spielt dabei der Wasserdruck. Einige bisher mysteriöse Beschaffenheiten des Mars könnten nun durch massive Wasserausbrüche erklärt werden, die sich am ehesten mit einem Vulkanausbruch vergleichen lassen. Marra fand aber auch zahlreiche Hinweise auf weniger kraftvolle Quellen, die Rückschlüsse auf die gesamte Hydrologie des Planeten zulassen.

Das Grundwasser sammelte sich laut der Experimenten an einigen Orten, woraufhin der Druck auf die Oberfläche des Planeten an diesen Stellen stieg. Die Oberfläche wölbte sich daraufhin, bis sie sich zum Maximum ausgedehnt hat. An Schwachstellen riss dann die Oberfläche und das Wasser schoss mit ungeheurer Kraft durch die Erde an die Oberfläche. Das abfließende Wasser und der wieder abnehmende Druck im Inneren des Planeten formten dann die bisher unerklärten Oberflächenstrukturen.

Marras Erkenntnisse legen nahe, dass es einst große Mengen Grundwassers auf dem Mars gab. Wenngleich es nur sporadisch an die Oberfläche gelangte. Außerdem ist anzunehmen, dass die Menge des Wassers wegen der klimatischen Bedingungen stetig abnahm. Grundsätzlich sind laut Marra aber auch heute Grundwasservorkommen auf dem roten Planeten nicht auszuschließen.

Die Täler und Flussbetten, auf die Marra sich dabei bezieht sind schätzungsweise über drei Milliarden Jahre alt. Die von ihm beschriebenen Vorgänge bedürfen nicht zwingend gute klimatische Bedingungen. So ist es auch möglich, dass es massive Grundwasservorkommen gab, obwohl die klimatischen Bedingungen an der Oberfläche des Planeten einen flüssigen Zustand nahezu unmöglich machten.

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