Rückfall-Risiko der US-Börsen belasten Dax

Wenn man den Börsen-Crash am letzten Montag in Kontext der Jahresentwicklung betrachtet, wirkt er gar nicht mehr so drastisch. Dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten, da gerade die US-Börsen anfällig für Rückfälle sind.

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Auch die Apple und Facebook Aktien fielen am Montag und verleiteten Anleger zum Schnäppchenkauf. (Grafik: ariva.de)

Auch die Apple und Facebook Aktien fielen am Montag und verleiteten Anleger zum Schnäppchenkauf. (Grafik: ariva.de)

Obwohl auch wir die berühmte Kristallkugel nicht besitzen und deshalb die Entwicklung an den Börsen nicht vorhersehen können, wollen wir ihnen natürlich einen Ausblick darauf geben, wie sich die Aktienmärkte in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln könnten. Gerade im jetzigen Umfeld ist es dabei wichtig, zwischen den kurz- und den mittelfristigen Aussichten zu unterscheiden.

Wenn wir uns den DAX im ganz großen Bild (hier Monatschart) ansehen, dann sieht der jüngste Absturz gar nicht mehr so dramatisch aus.  Vielmehr handelt es sich hierbei um eine ganz normale  Korrektur der großen Aufwärtstrends, die zuvor zum Teil schon recht weit gelaufen waren. Was sofort ins Auge fällt, ist die massive Unterstützung bei gut 8 000 Punkten. Knapp darüber verlaufen die ehemaligen Allzeithochs aus den Jahren 2000 und 2007 sowie das 50 Prozent-Retracement der 2009 begonnenen großen Aufwärtsbewegung. Leicht darunter bei rund 7 600 Punkten befindet sich mit dem 2011er-hoch zudem das letzte relative hoch des (in diesem Chart) kleinen grünen Aufwärtstrends.

Der Indexstand in Punkten - monatlich. (Grafik: Platow)

Der Indexstand in Punkten – monatlich. (Grafik: Platow)

Wir halten es für gut möglich, dass dieser Bereich noch einmal angelaufen wird. Im Normalfall sollte das zwar erst für 2016 ein Thema sein. Es kann aber sicherlich nicht schaden,  diesen Chart bereits im Hinterkopf zu haben. Kurzfristig dürfte das Schlimmste zunächst jedoch überstanden sein, wenngleich die Schwankungen hoch bleiben werden und ein nochmaliger Test der Tiefs nicht ausgeschlossen werden kann. Gerade weil die US-Börsen für weitere Rückschläge deutlich anfälliger wirken.

Fakt und positiv zu werten ist aber, dass während des panikartigen Ausverkaufs viele Stopps ausgelöst wurden und somit eine gewisse Positionsbereinigung stattgefunden hat. Der Profi-Handel schlägt sich in solchen Phasen erst einmal auf die Käuferseite und sammelt alles das ein, was die ganzen aufgeschreckten Privatanleger vor lauter Angst noch schnell verkaufen wollen. Genau das ist in diesen Tagen passiert und hat für die kräftige Erholung gesorgt.

Was meinen Sie, wie sich die Profis die Hände gerieben haben, als Aktien wie Apple oder Facebook am Montag zum US-Börsenstart um 13 bzw. 16 Prozent gefallen waren. Da wurde dann beherzt zugegriffen und schnelles Geld verdient! Der DAX sieht nach dem Crash kurzfristig jedenfalls deutlich verbessert aus, auch wenn sie davon in den Medien zurzeit kaum etwas lesen werden. Zwar haben die vermeintlichen Unterstützungen bei 10 600 (Jahresdurchschnitt) und 10 000 Punkten den Ausverkauf nicht stoppen können.

Der Indexstand in Punkten - Jahr (Grafik: Platow)

Der Indexstand in Punkten – Jahr (Grafik: Platow)

Das Crash-Tief lag aber knapp über dem letzten relativen Tief des großen (grünen) Aufwärtstrends bei rund 9 200 punkten, so dass man hier von einer klassischen Vollkorrektur sprechen kann. und das ruft in der Regel eine breite Masse an Käufern auf den Plan, die sich von kurzfristigen Schwankungen nicht irritieren lassen und auf mittelfristig steigende Notierungen setzen.

Zumindest ein Anstieg bis in den Bereich um 10 600 Punkte sollte möglich sein. Hier verläuft nicht nur die steigende Jahresdurchschnittslinie, sondern auch das 50 Prozent-Retracement des mittleren (roten) Abwärtstrends. Dort könnte dann noch einmal Druck auf den Markt kommen. Aber bis dahin ist ja noch ein bisschen Luft nach oben, weshalb sich der Aufbau großer Shortpositionen derzeit noch nicht anbietet.

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