HSH Nordbank wird teuer für Hamburg und Schleswig-Holstein

Die HSH Nordbank wird die Altlasten aus der Schifffahrt nicht alleine tragen können. Dafür sollen Hamburg und Schleswig-Holstein nun für den Großteil der Gelder gerade stehen. Dies könnte teuer für die Steuerzahler werden.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Bis spätestens Oktober wird eine Einigung der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein mit der EU-KBis spätestens Oktober über die Bilanz-Bereinigung bei der HSH Nordbank erwartet. Auf der Halbjahres-PK hat HSH-Vormann Constantin von Oesterreich diesen Termin am Freitag indirekt bestätigt und noch einmal darauf hingewiesen, dass die Bank die Altlasten aus der Schifffahrt nicht tragen könne. Gleichzeitig wird immer deutlicher, welcher Betrag auf die Eigentümer der HSH bei einer Auslagerung ihrer faulen Kredite zukommt.

Diese belaufen sich insgesamt auf 15 Milliarden Euro. 2 Milliarden Euro hält der 2008 von der BayernLB gekommene CFO Stefan Ermisch dabei für tragbar durch die Bank. Auf Hamburg und Schleswig-Holstein, die mit einer 10 Milliarden Euro-Garantie im Feuer stehen, kämen damit 13 Milliarden Euro zu.  Vieles erinnert aktuell an die Rettung der BayernLB im Jahr 2009. Damals war eine Kapitalspritze von 10 Milliarden Euro durch den Freistaat nötig, die erst nachträglich nach langen Verhandlungen mit den (damals noch strengeren) Brüsseler Wettbewerbshütern genehmigt wurde.

Die BayernLB muss bis 2019 5 Milliarden Euro zurückzahlen, der Rest soll, so die fromme Hoffnung, eines Tages bei einem Verkauf der BayernLB herausspringen. Tatsächlich entwickelt sich die geschrumpfte BayernLB seither operativ durchaus gut. Diese Perspektive versucht auch die HSH Nordbank zu vermitteln. Ohne die  zahlreichen Garantie- und Sondereffekte sowie die Altlasten  kommt die Kernbank auf ein bereinigtes Ergebnis zum Halbjahr von 268 (Vj.: 236) Millionen Euro, das sich durchaus mit den Zahlen anderer Landesbanken messen kann. Das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung kletterte bei stabilen Margen um 20 Prozent.

In der Schiffsfinanzierung blieb es konstant, bei Unternehmenskunden gab es dagegen einen Rückgang. Für die Kernbank erwartet von Oesterreich 2015 ein besseres Ergebnis. Im Konzern wird es dagegen unter Vorjahr liegen.

***

In Kooperation mit DER PLATOW Brief. DER PLATOW Brief ist mit 70 Jahren der älteste und auflagenstärkste Wirtschafts-Hintergrunddienst in deutscher Sprache und erscheint drei Mal pro Woche. Wir empfehlen ein Abonnement, weil DER PLATOW Brief unabhängig und kritisch ist.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick