Postbank: Letzter Akt eines Missverständnisses

Nach der Komplettübernahme der Postbank durch die Deutsche Bank klagen Aktionäre nun gegen die niedrige Barabfindung für die übernommenen Aktien. Was nach der geplanten Abspaltung von der Deutschen Bank mit der Postbank geschehen soll, steht noch nicht fest.

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Der Kurs der Postbank Aktie in Euro im Jahresrückblick. (Grafik: ariva.de)

Der Kurs der Postbank Aktie in Euro im Jahresrückblick. (Grafik: ariva.de)

Die Abstimmung auf der vorerst letzten Hauptversammlung der Postbank über ein Herausdrängen des verbliebenen Streubesitzes war reine Formsache. Die Deutsche Bank hält bereits satte 96,8 Prozent der Postbank-Aktien und konnte somit im Alleingang den so genannten Squeeze-out beschließen. Mit der Komplettübernahme der Postbank sichert sich die Deutsche Bank vollkommene Handlungsfreiheit bei der bis Ende 2016 geplanten Abspaltung des Instituts aus dem Konzern.

Keinesfalls sollen mögliche Klagen von Kleinaktionären den Abtrennungsprozess behindern. Doch ganz ohne Rechtsstreitigkeiten dürfte auch der Squeeze-out nicht verlaufen. Einige Aktionäre kündigten auf der Hauptversammlung bereits Klagen gegen die von ihnen als zu niedrig empfundene Barabfindung von 35,05 Euro je Aktie an. Die Deutsche Bank will die Postbank nach dem Squeeze-out vorzugsweise wieder an die Börse bringen, aber auch ein Verkauf an einen Investor ist keineswegs ausgeschlossen. Den Preis, den die Deutsche Bank bei der Übernahme der Postbank kurz vor Ausbruch der Finanzkrise bezahlt hat, dürfte der Branchenprimus indes bei keiner der beiden Optionen wieder einspielen.

Allerdings hatte die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren bereits hohe Abschreibungen auf die Postbank vorgenommen. Auch haben sich die damals hohen Erwartungen, mit der Postbank-Akquisition werde die Deutsche Bank ihre Marktposition im Retailgeschäft deutlich ausbauen, nicht erfüllt. Die Kunden und das Geschäft der Postbank passen einfach nicht zur Deutschen Bank. Entsprechend überschaubar waren denn auch die Synergien. Endgültig zur Last für die Deutsche Bank wurde die Postbank durch die Eigenkapitalanforderungen für die Leverage Ratio.

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