Russland: Schwacher Rubel hilft Rosneft

Ein schwacher Rubel und ein starker Dollar haben russischen Öl-Exporteuren zu Schadensbegrenzung verholfen. Allerdings sind steigende Zinsbelastungen aufgrund der Sanktionen zu erwarten. Öl-Riese Rosneft setzt auf neue Märkte und die Hilfe des Staats bei der Liberalisierung des Gasmarkts.

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Die Rosneft-Aktie im Jahresrückblick. (Grafik: ariva.de)

Die Rosneft-Aktie im Jahresrückblick. (Grafik: ariva.de)

Rund um den Globus leiden Ölkonzerne unter dem Ölpreis. In Russland ist die Lage etwas weniger dramatisch. Ein starker US-Dollar und ein von Sanktionen geschwächter Rubel sorgen dafür, dass die russischen Ölexporteure den Preisverfall nur zum Teil mitgemacht haben. Bestes Beispiel ist Rosneft. Der nach Produktionsvolumen größte börsennotierte Ölkonzern der Welt berichtet für das erste Halbjahr von einem Gewinnrückgang in Rubel von 10,4 Prozent auf 190 Milliarden Rubel, während der Ölpreis im gleichen Zeitraum um rund die Hälfte eingebrochen ist.

In Dollar liegt das Gewinnminus bei Rosneft bei 40 Prozent. Die durch den Kauf von TNK BP explodierte Verschuldung konnte dank des stabilen Cashflows immerhin um 12 Prozent auf 40 Milliarden Dollar gesenkt werden. Die Zinsbelastung steigt aber nicht zuletzt wegen der Sanktionen und der damit schwieriger gewordenen Refinanzierung. Da sich die Lage in absehbarer Zeit kaum bessern wird und zu den niedrigen Ölpreisen außerdem steigende Durchleitungstarife und Steuern kommen, setzt Rosneft auf Kostensenkungen und eine stärkere Selektion bei neuen Projekten.

Außerdem soll der russische Staat mit Bürgschaften und einer von Rosneft geforderten Liberalisierung des bisher von Gazprom dominierten Gasmarkts helfen. Mit dem geplanten Einstieg beim indischen Raffinerieriesen Essar will sich Rosneft zudem neue Märkte sichern. Richtige Schritte, aber der Druck auf die Aktie (3,25 Euro; A0J3N5; US67812M2070) wird vorerst anhalten. Rosneft ist nur etwas für geduldige Anleger. Wir setzen den Stopp auf 2,50 Euro hoch.

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