Börsen-Aufsicht verschärft: China wappnet sich für neue Crashs

China will bei enormen Kursschwankungen den Aktienhandel stoppen. Die Börsenaufsicht CSRC will damit einen möglichen Börsencrash verhindern. Die Börsen in China sind seit Mitte Juni um etwa 40 Prozent eingebrochen.

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Chinas Regulierer wollen mit einer verschärften Aufsicht einen Börsencrash wie im Sommer künftig verhindern. Bei erheblichen Kursschwankungen soll ein System den Aktien-Handel stoppen können, wie die Aufsichtsbehörde CSRC in der Nacht zum Montag bekanntgab. Wenn es zu abnormalen Marktbewegungen komme, könne die Regierung nicht untätig bleiben. In der Mitteilung hieß es zudem, die Märkte seien stabiler als zuletzt. Die Börsen in China sind seit Mitte Juni um etwa 40 Prozent eingebrochen. Wegen der Turbulenzen hat die Regierung in Peking eine ganze Reihe von Gegenmaßnahmen ergriffen. Diese greifen nach Einschätzung der staatlichen Planungskommission NDRC bereits.

Chinas Wirtschaft sei in der Lage, das staatliche Wachstumsziel zu erreichen, teilte die NDRC mit. In der ersten Jahreshälfte wurde es mit sieben Prozent punktgenau eingehalten – doch ist dies zugleich das geringste Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) in dem Schwellenland seit einem viertel Jahrhundert.

Dass die offiziell verkündeten Wachstumszahlen nicht in Stein gemeißelt sind, zeigte die jüngste Revision der Vorjahreszahl: Statt 7,4 Prozent legte das BIP 2014 nur um 7,3 Prozent zu, wie das Nationale Statistikamt bekanntgab. Der Dienstleistungssektor sei nicht so stark gewachsen wie ursprünglich mitgeteilt.

Die Anleger reagierten verunsichert auf die Revision der wichtigen Wachstumszahl: Abschläge an der Börse in Shanghai drückten am Montag nach einer Feiertagspause auch die Märkte in den umliegenden Staaten ins Minus. Zum Ankurbeln der Wirtschaft beschloss die Planungskommission, weitere 77 Milliarden Yuan (rund 10,8 Milliarden Euro) in den Bau von Straßen und Brücken zu pumpen. Als Reaktion auf die Börsenturbulenzen hatte China am 11. August den Wert des Yuan überraschend um fast zwei Prozent gesenkt.

Danach intervenierte die Regierung verstärkt im Handel, um die Währung zu stabilisieren. Dabei musste der Staat mit den weltweit größten Währungsreserven tief in seine Schatztruhe greifen. Sie leerte sich im August im Rekordtempo, wie jüngste Statistiken zeigen: Die Währungsreserven schrumpften um 93,9 Milliarden auf 3,557 Billionen Dollar.

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