Syngenta steigt aus dem Saatgut-Geschäft aus

Die geplatzte Übernahme durch Monsanto hat bei den Anlegern von Syngenta für einigen Unmut gesorgt. Nun gab der Konzern überraschend bekannt, dass das man das Saatgut-Geschäft abstoßen wolle. Außerdem soll ein miliardenschwerer Aktienrückkauf gestartet werden.

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Mehrmals hatte der Syngenta-Präsident Michel Demare die Übernahme-Angebote von Monsanto als zu niedrig zurückgewiesen. Bis Monsanto in der letzten Augustwoche bekannt gab, sich zurückzuziehen. Die Reaktion der enttäuschten Anleger kam prompt. Kurzzeitig fiel die Aktie von Syngenta um mehr als 15 Prozent. Um die Anleger wieder etwas zu besänftigen, hat der Saatgutkonzern nun neue Pläne vorgestellt.

Zur „Beschleunigung der Wertschöpfung für die Aktionäre“ soll nun das Gemüsesaatgut-Geschäft verkauft werden. „Dieses branchenführende, margenstarke Geschäft verfügt über eine beträchtliche weltweite Präsenz und ein breites Sortiment führender Sorten. Daher dürfte es bei potenziellen Käufern auf beträchtliches Interesse stossen“, so Syngenta. „Indem wir die inhärenten Werte in unserem führenden weltweiten Saatgut-Portfolio aufzeigen und freisetzen, können wir beträchtlichen Mehrwert schaffen“, sagte Mike Mack von Syngenta. Im August hatte der Konzern bereist die Blumensaatgut-Branche veräußert.

Zusätzlich dazu soll ein Aktienrückkaufprogramm im Wesentlichen dazu dienen, Kapitalrückzahlungen an die Aktionäre zu leisten. Die erste Tranche dieses Programms in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar solle schon in den kommenden Wochen eingeleitet werden.

47 Milliarden Dollar hatte Monsanto zuletzt geboten. Dadurch, dass das Angebot jedoch als zu niedrig abgewiesen wurde, muss der Konzern nun selbst zeigen, wie er den aktuellen Börsenwert von rund 31 Milliarden Dollar anheben kann. Im ersten Halbjahr lag Syngentas Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf ausgewiesener Basis um fünf Prozent zurück, stieg aber zu konstanten Wechselkursen um 21 Prozent an. „Der ausgewiesene Umsatz ging um 10 Prozent zurück, da die meisten Währungen gegenüber dem US-Dollar abgewertet haben.“ Nach Restrukturierung und Wertberichtigung fiel der Reingewinn dann um 12 Prozent weniger aus als im Vorjahreszeitraum.

Die Gemüsesaatgut-Branche erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 663 Millionen Dollar. Syngenta rechnet für den Verkauf mit einem sehr hohen Erlös, der drei- bis sechsmal so hoch sein soll wie der Umsatz der Sparte. Der Tageszeitung NZZ zufolge rechnet Morgan Stanley mit einem möglichen Verkaufspreis von 1,7 Milliarden Dollar. Kepler Cheuvreux gehe sogar von 2,7 bzw. 2,9 Milliarden Dollar aus, so die Website  von handelszeitung.ch.

Erst in dieser Woche erhielt Syngenta für Blockbuster-Fungizid Solatenol die US-Zulassung. Es soll Schutz vor Sojarost bieten, eine Krankheit, die sich erheblich auf Ernteerträge auswirken kann. In Brasilien machte der Konzern damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 300 Millionen Dollar. In den USA soll es auch für Mais, Weizen, Erdnüsse, Kartoffeln und Gemüse zum Einsatz kommen. In der EU steht eine entsprechende Zulassung noch aus.

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