Abschied vom schnellen Geld: DAX am Ende seiner Outperformance

Umverteilungsmaßnahmen, die Energiewende und ein geschwächter Bankensektor lassen die deutsche Wirtschaft erneut alt aussehen. Andere europäische Länder wie Italien und Frankreich holen jetzt auf – und der DAX unterliegt ihren Leitindizes in Sachen Zugewinn bei Weitem.

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Der Vergleich zwischen  DAX, CAC 40 und FTSE MIB im Jahresüberblick. (Grafik; ariva.de)

Der Vergleich zwischen DAX, CAC 40 und FTSE MIB im Jahresüberblick. (Grafik; ariva.de)

Die stärkste Wirtschaft, der stärkste Aktienmarkt. Jahrelang konnten sich deutsche Arbeitnehmer und Anleger über diesen Zweiklang freuen. Deutschlands Exportwirtschaft boomte, die Arbeitslosenrate sank und der hiesige Aktienmarkt zog der europäischen Konkurrenz davon. Umso bemerkenswerter finden wir es, dass der DAX 2015 bisher klar hinter den Leitindizes anderer großer Euro-Länder zurückbleibt.

So kommt der französische CAC 40 derzeit auf ein Jahresplus von 7 Prozent, der italienische FTSE MIB schafft sogar 13 Prozent. Dagegen notiert der um Dividendenzahlungen bereinigte DAX sogar um 0,4 Prozent tiefer. Die Trendwende passt ins große Bild. Erstens sind viele deutsche Aktien inzwischen höher bewertet als vergleichbare französische oder italienische. Zweitens erweist sich die starke Exportlastigkeit deutscher Firmen nun, da China und andere Emerging Markets schwächeln, als Wachstumsbremse.

Und drittens tut die Politik derzeit viel, um die einst hoch gelobte Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu verspielen. Die große Koalition überbietet sich in Umverteilungsmaßnahmen, die Energiewende verursacht hohe Kosten und der Bankensektor hat sich noch immer nicht vollständig erholt.

Vieles an der deutschen Situation erinnert uns an Frankreich zur Jahrtausendwende. Seinerzeit galt unser westlicher Nachbar als großes Vorbild: das modernere Land, die bessere Familienpolitik, das höhere Wirtschaftswachstum. Und Fußball-Weltmeister war die Grande Nation auch noch. Deutschland wurde dagegen als „kranker Mann Europas“ verspottet.

Doch während der einstige Wachstumsschwächling mit der Agenda 2010 reformiert wurde, ruhte sich Frankreich auf seinen Lorbeeren aus und verfing sich in sozialistischen Spinnereien. Indes: Wenn Deutschland nicht schnell kehrtmacht, könnte sich die deutsch-französische Rangfolge binnen 15 Jahren ein zweites Mal umdrehen.

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