Erfolg für Samwer-Brüder: HelloFresh sammelt 75 Millionen Euro ein

Der Lebensmittel-Versand HelloFresh aus der Berliner Startup-Fabrik Rocket Internet wird mit 2,6 Milliarden Euro bewertet. Zuvor hatte sich das Unternehmen 75 Millionen Euro an frischem Geld von Investoren besorgt.

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Der Lebensmittel-Versand HelloFresh stammt aus der Berliner Startup-Fabrik Rocket Internet. Die Rocket-Aktie schoss am Donnerstag zeitweise um gut 15 Prozent nach oben. (Grafik: ariva.de)

Der Lebensmittel-Versand HelloFresh stammt aus der Berliner Startup-Fabrik Rocket Internet. Die Rocket-Aktie schoss am Donnerstag zeitweise um gut 15 Prozent nach oben. (Grafik: ariva.de)

Der Berliner Lebensmittel-Lieferdienst HelloFresh treibt seine Bewertung kurz vor einem geplanten Börsengang in schwindelnde Höhen. Nach dem Einstieg des britischen Fondsanbieters Baillie Gifford wird das erst vor vier Jahren gegründete Startup-Unternehmen mit 2,6 Milliarden Euro bewertet, berichtet das Magazin Finance. Damit hat sich der Firmenwert seit Februar mehr als vervierfacht. Baillie Gifford – auch an Rocket und am Modeversender Zalando beteiligt – bekommt für 75 Millionen Euro gerade einmal drei Prozent. Von der Wertsteigerung profitiert vor allem der börsennotierte Wagniskapitalfinanzierer Rocket Internet, der nun 57 Prozent an HelloFresh hält. Der Wert seiner Beteiligung schnellt auf einen Schlag auf 1,1 Milliarden von 400 Millionen Euro. Die Rocket-Aktie schoss zeitweise um gut 15 Prozent nach oben.

HelloFresh bestätigte erstmals seine Börsenpläne, über die Reuters Anfang August berichtet hatte. Das Unternehmen und seine Aktionäre prüften regelmäßig Finanzierungsoptionen, „darunter auch die eines potenziellen zukünftigen Börsengangs“, hieß es in der Mitteilung. HelloFresh wäre damit das erste Startup, das die Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet nach ihrem eigenen Börsengang an den Kapitalmarkt bringt. Finanzkreisen zufolge peilt HelloFresh den Gang an die Börse noch für Oktober oder November an. Das Unternehmen hatte die US-Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs mit den Vorbereitungen beauftragt.

Wir sind überzeugt, dass unser Unternehmen auch weiterhin ein erhebliches Wachstumspotenzial hat“, sagte HelloFresh-Chef und Gründer Dominik Richter. Im vergangenen Jahr hat die Firma rund 70 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag nach früheren Angaben bei knapp zwölf Millionen Euro. HelloFresh liefert nach eigenen Angaben an 280.000 Abonnenten in sieben Ländern pro Monat vier Millionen Mahlzeiten aus. Das Unternehmen versendet sogenannte Kochboxen, die die Zutaten und Rezepte für komplette Mahlzeiten enthalten, die die Kunden dann zu Hause nachkochen. Mit 2,6 Milliarden Euro wird HelloFresh so hoch bewertet wie der Roboterhersteller Kuka oder der Kupferverarbeiter Aurubis, die im Nebenwerteindex MDax notiert sind. Der kleinere US-Konkurrent von HelloFresh, Blue Apron, war im Juni bei einer Finanzierungsrunde mit mehr als zwei Milliarden Euro veranschlagt worden.

Rocket Internet ist an der Börse 3,7 Milliarden Euro wert. Die Aktie hat seit dem Börsengang im Oktober 2014 fast die Hälfte verloren.

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