Erstes Unternehmen in China plant islamische Anleihe

Eine chinesische Firma will erstmals eine islamische Unternehmensanleihe begeben, um sich 150 Millionen Dollar beschaffen zu können. Mit dem Geld will sich das Unternehmen Schiffe kaufen.

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Erstmals will sich ein chinesisches Unternehmen Geld nach islamischen Regeln leihen: Die HNA Group, Eigner der Fluggesellschaft Hainan Airlines, will sich auf diese Weise bis zu 150 Millionen Dollar beschaffen. Damit wolle das Konglomerat Schiffe kaufen, sagte am Donnerstag der Geschäftsführer der in Genf ansässigen Shariah Advisory Group (SAG), Andrew Kinal, der den Deal mit eingefädelt hat. „Mehrere weltweit und am Golf ansässige Banken arbeiten an der Transaktion“, sagte Kinal der Nachrichtenagentur Reuters. „Diese erste China-Geschäft ist nur der Anfang für islamische Finanzdienstleistungen in China“, ergänzte er.

Für chinesische Unternehmen ist die Finanzierung über Kredite im Inland vergleichsweise teuer. „Staatliche Unternehmen haben einen bevorzugten Zugang zum Kreditmarkt, wodurch ihre Finanzierungskosten geringer sind, aber für private Firmen ist das schwieriger“, erläuterte Ben Ping Chung Cheung von SAG in Hongkong. „Für sie stehen weniger Kredite bereit.“ Deshalb wachse das Interesse an Alternativen. Islamische Finanzdienstleistungen werden beispielsweise in Großbritannien, Hongkong und Luxemburg angeboten.
Islamische Finanzierungsmodelle verlangen in der Regel für Kreditgeschäfte den Bezug auf konkrete Güter und Vermögensteile wie etwa Landbesitz oder Immobilien. Hintergrund ist, dass für sie gemäß dem Koran ein Zinsverbot gilt.

Stattdessen erfolgt die Vergütung beispielsweise über Gewinnbeteiligungen. Auch Spekulationen und die Übernahme erkennbar großer Risiken sind untersagt. Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen islamischen Finanzierungsmodellen eine größere Rolle bei weltweiten Investitionen einräumen.

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