Flucht nach vorne: China erlaubt Kredit-Aufnahme im Ausland

Chinesische Unternehmen dürfen sich künftig ohne Hürden Geld auf dem ausländischen Kapitalmarkt leihen. Damit will China den Kapitalzufluss ankurbeln und die Yuan-Abwertung stoppen. Die Devisenreserven des Landes sind im August deutlich gesunken.

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China will die Restriktionen für Unternehmen aufheben, die Geld auf überseeischen Anleihe- und Kreditmärkten aufnehmen wollen. Das Land versucht Kapitalabflüsse, die sich durch die Währungsabwertung erhöhen, zu stoppen. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission hat die Quoten für den Erwerb von Fremdwährungs- und Yuan-Scheinen und Darlehen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr aufgehoben. Die betroffenen Unternehmen müssen sich künftig nur noch registrieren lassen, berichtet die Financial Times.

Die neue Politik wird es chinesischen Unternehmen einfacher machen, Offshore-Anleihen auszugeben. In Bezug auf Zeitpunkt und Höhe der Anleihen werden die chinesischen Unternehmen weitaus flexibler agieren können, solange sich der Prozess im Rahmen der Auslandsschulden-Quote bewegt“, so der Moody ’s-Leiter in Hong Kong, Ivan Chung. Der Cheffinanzmarktanalyst bei der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ in Shanghai, Li Liuyang, sagte im Gespräch mit Bloomberg: „Angesichts der Erwartung einer starken Yuan-Abwertung, wird die Regierung wahrscheinlich die Aufnahme von ausländischen Krediten fördern, die zu mehr Kapitalzuflüssen führen wird.“

Chinas Devisenreserven sanken im August um 2,6 Prozent auf 3,557 Billionen Dollar. Das entspricht einer negativen Rekord-Summe von 94 Milliarden Dollar. Die Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zeigen, dass ausländische Bank Forderungen an China in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 um 77 Milliarden Dollar zurückgegangen sind, was eine Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe und gleichzeitig ein zunehmendes Misstrauen der Chinesen bei der Übernahme von Fremdwährungsschulden unterstreicht.

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