Flüchtlinge: Ungarn warnt vor „brutaler Gefahr“ in Europa

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat erklärt, dass sich jedes EU-Land selbst gegen die „brutale Gefahr“ der Masseneinwanderung nach Europa schützen müsse, weil es keine gemeinsame EU-Haltung gäbe. Die Zahl der illegalen Einwanderer nach Deutschland ist am Sonntag erneut sprunghaft gestiegen.

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Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban erklärt, solange es keine gemeinsame EU-Haltung zur Flüchtlingskrise gebe, seien die Mitgliedsstaaten gezwungen, sich selbst gegen die „brutale Gefahr“ der Massenmigration zu schützen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge steigt wieder an. Am Sonntag reisten 5098 Menschen illegal nach Deutschland ein, nachdem es am Samstag 1710 waren, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Eine Prognose für den Montag könne nicht gegeben werden.

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen bringt Österreich die Menschen zunehmend mit der Bahn nach Deutschland. „Wir erwarten heute drei weitere Sonderzüge aus Salzburg in Freilassing“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei in Rosenheim. Am Sonntag seien von insgesamt 1300 Flüchtlingen in dieser Region allein 800 mit zwei Sonderzügen gekommen.

In Österreich kommen weiter Tausende Flüchtlinge an. Von Mitternacht bis 9.00 Uhr haben nach Polizeiangaben über 3200 Flüchtlinge die ungarisch-österreichische Grenze in Nickelsdorf passiert. Am Sonntag kamen dort weit mehr als 10.000 Menschen über diese Grenze. In der Steiermark ist die Lage ruhiger. Über die dortige Grenze zu Slowenien kamen seit Mitternacht etwa 600 bis 700 Flüchtlinge. Doch die Polizei war bereits mit dieser Zahl hoffnungslos überfordert, weil die österreichische Bundesregierung gerade mal 4 Beamte zum Grenzschutz aufgeboten hatte (siehe Video am Anfang des Artikels).

Die Antwort von Angela Merkel und den anderen EU-Spitzen auf die außer Kontrolle geratene Lage vermeldet Reuters:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande werden am 7. Oktober gemeinsam vor dem EU-Parlament reden. Der Präsident des Europa-Parlaments, Martin Schulz, spricht von einer „historischen Visite in schwierigen Zeiten“.

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