Immobilien-Branche vor Milliarden-Fusion

Die Wohnungskonzerne Deutsche Wohnen und LEG Immobilien wollen bis zum Ende des Jahres fusionieren. Inklusive Schulden ist der Deal rund acht Milliarden Euro schwer.

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Das Fusionsfieber auf dem deutschen Immobilienmarkt steigt: Gerade erst hat es der größte Wohnungskonzern Vonovia nach einer rasanten Einkaufstour in die erste Börsenliga geschafft, jetzt setzen die Nummer zwei und drei der Branche – Deutsche Wohnen und LEG Immobilien – zur Aufholjagd an.

Bis zum Jahresende wollen die beiden Konzerne zusammengehen. Inklusive Schulden ist der Deal rund acht Milliarden Euro schwer. „Wir sind der Meinung, dass dieser Zusammenschluss viele Vorteile bringen wird“, erklärte Vorstandschef Michael Zahn am Montag. Beide Unternehmen hätten einen sehr guten Bestand und eine niedrige Verschuldung. Mit gebündelten Kräften seien weitere Zukäufe möglich.
Das neue Unternehmen käme auf rund 250.000 Wohnungen – noch immer ein Stück entfernt von Vonovia mit bundesweit 350.000, aber eben nicht mehr ganz so abgeschlagen. Den LEG-Vorstand hat Deutsche Wohnen nach monatelangen Verhandlungen bereits auf seiner Seite, die Werbetour bei den Aktionären beginnt dagegen erst in dieser Woche. Die erste Reaktion an der Börse fiel positiv aus: Mit einem Plus von sechs Prozent war die LEG-Aktie größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Dagegen büßte die Deutsche-Wohnen-Aktie fast ebenso viel ein – hier werden die Anleger abermals über eine Kapitalerhöhung zur Kasse gebeten.

LEG Immobilien galt mit seiner Beschränkung auf Nordrhein-Westfalen schon länger als Übernahmekandidat. Nun hat die expansionshungrige Deutsche Wohnen zugeschlagen, die bislang vor allem in Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet vertreten ist. Der Konzern wittert in Nordrhein-Westfalen neue Wachstumschancen und will dort weiter zukaufen, wie Zahn sagte. Die LEG-Aktionäre sollen für je zehn ihrer Aktien 33 neue Deutsche-Wohnen-Papiere erhalten. Das entspricht 79,37 Euro je LEG-Aktie – zum Schlusskurs vom Freitag ein Aufschlag von rund 13 Prozent. Deutsche Wohnen will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie einsammeln. Die eigenen Aktionäre sollen am 28. Oktober auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Sachkapitalerhöhung abstimmen, die nötig ist, um neue Aktien für den Umtausch zu schaffen. LEG-Chef Thomas Hegel erklärte, er und seine Vorstandskollegen stünden voll und ganz hinter den Fusionsplänen. Ein Zusammengehen mit Deutsche Wohnen sei der nächste logische Schritt für sein Haus. Für Deutsche Wohnen ist das ein wichtiges Signal, war Zahn doch erst im Frühjahr mit der feindlichen Übernahme der österreichischen Conwert gescheitert. Schon damit hatte er den Abstand auf Vonovia verkürzen wollen. Vonovia ist der neue Name der Deutschen Annington, die sich seit dem Börsengang 2013 mehrere Konkurrenten einverleibt hatte – zuletzt die angeschlagene Gagfah. Seit diesem Montag ist Vonovia im Dax notiert.

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