Pilgerfahrt in Mekka: Zahlreiche Tote nach Massen-Panik

Bei der muslimischen Pilgerfahrt Haddsch sind mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen. Die Massen-Panik ereignete sich wenige Kilometer vor den Toren der heiligen Stadt Mekka auf einem der Haupt-Korridore durch das Pilger-Lager.

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Die Zahl der Toten bei einer Massenpanik nahe Mekka während der islamischen Wallfahrt Hadsch ist auf 717 gestiegen. Das teilte die saudische Zivilverteidigung am Donnerstag über Twitter mit.

Hunderte Menschen seien zudem verletzt worden, teilte die saudi-arabische Zivilschutzbehörde am Donnerstag weiter mit. Mehr als 220 Krankenwagen und 4.000 Rettungskräfte seien im Einsatz. Das Unglück ereignete sich wenige Kilometer vor den Toren der heiligen Stadt Mekka auf einem der Haupt-Korridore durch das Pilger-Lager in Mina. Dort drängten sich die Gläubigen, um an einer symbolischen Steinigung des Teufels teilzunehmen.

Der Fernsehsender Al-Arabija zeigte, wie sich Rettungswagen in einem Konvoi den Weg durch das Lager in Mina zur Unglückstelle bahnten. Zugangsstraßen wurden nach Angaben von Reuters-Korrespondenten abgeriegelt. Es werde alles unternommen, um große Menschenansammlungen zu vermeiden und die Pilger auf alternative Strecken umzuleiten, teilte der Zivilschutz mit.

Etwa zwei Millionen Menschen aus aller Welt beteiligen sich dieses Jahr an der Hadsch. Am Donnerstag wird zudem das muslimische Opferfest gefeiert. Der Tag gilt traditionell als der gefährlichste während der traditionellen Pilgerfahrt, da Zehntausende Pilger auf engstem Raum ihre Rituale vollziehen wollen. Das Unglück ist eines der schwersten in der jüngeren Geschichte der alljährlichen Wallfahrt. 2006 starben an gleicher Stelle mindestens 346 Pilger in einem Massengedränge.

Die Hadsch wurde bereits mehrfach von schweren Zwischenfällen überschattet. Vor zwei Wochen wurden 110 Menschen erschlagen, als ein Kran während Erweiterungsarbeiten an der Großen Moschee in Mekka umstürzte. Zu Vorfällen wie am Donnerstag kam es zuletzt aber eher selten. Saudi-Arabien investierte in den vergangenen zwei Jahrzehnten Milliarden, um die Infrastruktur zu verbessern und die Pilger-Massen besser lenken zu können.

 

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