Fondsbranche muss endlich das Thema Garantien anpacken

Die standardisierten Pakete der Altersvorsorge werfen immer weniger Gewinn ab. Die Versicherungsgesellschaften orientieren sich neu. Doch auch die Fondsbranche muss sich weiterentwickeln und neue Alternativen finden, um das Geschäft wieder attraktiv gestalten zu können.

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Die Finanzindustrie diskutiert immer lauter über den (Un-)Sinn von Garantien in der Altersvorsorge (AV). Seit die langfristigen Zinsanlagen kaum noch etwas abwerfen und die Anbieter von LV-Policen ihre hohen Renditeversprechen nicht mehr sicher erfüllen können, sterben Garantieprodukte in der Altersvorsorge langsam aus. Doch das muss kein Nachteil sein. Das Paradoxe aus Investorensicht ist: Wenn die Niedrigzinsphase anhält, riskieren Anleger ihre Vorsorge bereits dann, wenn sie ihre Mittel auf vermeintlich sicheren Konten anlegen. Das Geld bleibt nur nominal erhalten, Wertzuwachs gibt es so gut wie keinen.

Während der LV-Markt im Umbruch ist und die Gesellschaften zunehmend Garantien aus ihren Produkten streichen, tut sich die Fondsbranche damit immer noch schwer und schweigt das Thema lieber tot. Unter den größeren Gesellschaften geht einzig die Deutsche Bank-Fondstochter DWS aktiv damit um. Frank Breiting, Leiter Altersvorsorge bei der DWS, hält es durchaus für sinnvoll, wenn der Gesetzgeber künftig auch Fonds mit weniger Garantien fördern würde, zusätzlich zur jetzigen Fonds-Riester-Systematik. Dass es dazu nicht kommen werde, davon ist Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, überzeugt.

Dies sagte er uns jüngst auf einem PK-Termin. Die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken geht davon aus, dass ein Riester-Produkt ohne Garantie den Nerv der meisten Anleger nicht treffen würde, so ein Sprecher auf PLATOW-Nachfrage. Zwar sei man für ein alternatives Riester-Angebot ohne bzw. mit eingeschränkter Garantie offen, doch aktiv dafür einsetzen würde man sich nicht. Als Marktführer im Fonds-Riester-Geschäft (rund 1,8 Millionen Verträge; DWS: ca. 770.000) setzt sich Union Investment vielmehr dafür ein, die bestehende Riester-Rente noch attraktiver zu machen.

Die Sparkassen-Tochter DekaBank sieht indes einen guten Ansatz in den bereits 1998 vom Fondsverband BVI als Alternative zu Kapitallebensversicherungen geschaffenen AS-Fonds (Altersvorsorge Sondervermögen). Sie ähneln Mischfonds und sind an Auflagen gebunden. DekaBank-Produkt- und Markenchef Dirk Degenhardt sieht jetzt eine gute Gelegenheit, diesen Fondstypen im aktuellen Marktumfeld erneut aufleben zu lassen. Mit Hilfe vorgeschriebener Bandbreiten bei der Aktienquote und definierter Risikoprofile wären sie eine „sinnvolle“ Option zum jetzigen Standard, so Degenhardt weiter. Ob und auf welche Alternative sich die Fondsbranche künftig einigen wird, darauf muss der BVI eine Antwort finden. Trotz aller Risikoscheu der Anleger darf das Thema Garantien im Hinblick auf die AV auch bei Fonds kein Tabu mehr bleiben.

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