Weltbank: Krisen-Staaten sollen „Flüchtlings-Anleihen“ begeben

Die Weltbank fordert von der Türkei, dem Libanon und Jordanien die Begebung von sogenannten „Flüchtlings-Anleihen“. Die Länder sollen sich auf dem Kapitalmarkt Geld beschaffen, um für die syrischen Flüchtlinge zu sorgen. Im Gegenzug sollen Länder wie Deutschland mit Steuergeldern die Rückzahlung der Renditen an die privaten Investoren garantieren.

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Die Weltbank möchte das Flüchtlings-Problem durch die Nutzung des internationalen Anleihe-Markts lösen, weil die Spendenbereitschaft der internationalen Gemeinschaft mangelhaft ist. Die Staaten mit den meisten Flüchtlingen, also die Türkei, Libanon und Jordanien, sollen über die Weltbank Anleihen begeben, die von privaten Investoren gekauft werden.

Die Rückzahlung garantieren die zehn wichtigsten Geberländer USA, Großbritannien, Deutschland, die EU, Kanada, Japan, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Kuwait mit den Steuergeldern ihrer Bürger. „Derzeit haben Regierungen mit ihren Haushaltsdefiziten zu kämpfen. Doch gleichzeitig beobachten wir einen sehr liquiden Kapitalmarkt“, zitiert die FT Hafez Ghanem, Vizepräsident der Weltbank und verantwortlich für den Nahen Osten und Nordafrika. Die Lösung müsse auf dem Kapitalmarkt gefunden werden, weil der Bedarf an finanziellen Mitteln „riesig“ sei, so Ghanem.

Wenn beispielsweise der Libanon oder die Türkei Schwierigkeiten bei der Zahlung der Renditen an die Investoren haben sollten, werden die Geberländer finanziell einspringen. Dieser Fall tritt jedoch nur dann ein, wenn die Länder im Rahmen eines derartigen Szenarios kurz vor der Staatspleite stehen. Bei diesem Prozess profitieren faktisch gesehen immer die Investoren. Die betroffenen Länder hingegen hätten sowohl eine politische als auch eine finanzielle Bringschuld gegenüber den Geberländern.

 


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