Fed gespalten: Mitglieder raten Yellen von Zinswende ab

Die Fed zeigt sich im Bezug auf die Zinswende gespalten: Mitglieder des Vorstandes raten ihrer Fed-Chefin davon ab, die Zinsen zu erhöhen. Als Grund werden Unklarheit über die globalen Konjunkturdaten genannt.

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Im Vorstand der US-Notenbank Fed haben sich zahlreiche Mitgliedern gegen eine baldige Zinserhöhung ausgesprochen. So lehnt Vorstandsmitglied Daniel Tarullo neben den weiteren Führungspersonen der Fed, Charles Evans und Naranya Kocherlakota, eine Anhebung der Leitzinsen per 2015 ab. Das Vorstandsmitglied Jerome H. Powell hingegen meldete sich nicht zu Wort.

Die Konjunktur ist, so Trullo, noch nicht bereit für diesen Schritt. „Ich halte es nicht für angemessen, die Zinsen schon in diesem Jahr zu erhöhen“, sagte Tarullo in einem Interview mit CNBC. Er erklärte, dass es hier nicht vordergründig um ein Datum geht. Die wirtschaftlichen Bedingungen für eine Zinserhöhung seien schlichtweg noch nicht vorhanden, zitiert das Wall Street Journal Tarullo.

Lael Brainard mahnte gleichfalls, dass die Fed eine Zinserhöhung aufschieben solle, bis deutlich würde, dass die Turbulenzen in China und anderswo die Erholung der US-Wirtschaft nicht gefährdeten. US-Notenbank-Gouverneur Bullard hält eine Zinserhöhung bei der Sitzung in diesem Monat für eher unwahrscheinlich. Die Fed dürfte seinen Worten zufolge vielmehr abwarten, um weitere Konjunkturdaten zu sammeln.

Ángel Ubide vom Peterson Institute for International Economics unterstützt Tarullo und Brainard. „Wenn man sich die Inflationserwartungen vergegenwärtigt, besteht keine Notwendigkeit für eine schnelle Zinserhöhung. Die Frage ist, ob es Frühindikatoren gibt und ob auch Janet Yellen mittlerweile auch Zweifel daran hat, die Zinsen im aktuellen Jahr zu erhöhen. Das sind zwei Dinge, die wir nicht wissen“, zitiert die Financial Times Ubide.

Der CME Group FedWatch, die Markterwartungen für die Geldpolitik beobachtet und auswertet, meldet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung im Oktober sechs Prozent und im Dezember 35 Prozent beträgt.

 

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