Nach geplatzten Monsanto-Deal: Syngenta-Chef tritt zurück

Der langjährige Syngenta-Chef Mike Mack tritt bereits zum Ende des Monats von seinem Posten zurück. Finanzchef Ramsay soll vorübergehend die Aufgaben übernehmen. Die Nachricht vom Rücktritt ließ die Aktie des Unternehmens deutlich steigen.

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Die Syngenta-Aktie. (Grafik: ariva.de)

Die Syngenta-Aktie. (Grafik: ariva.de)

Beim Schweizer Pflanzenschutz- und Saatguthersteller Syngenta kommt es überraschend zu einem Chefwechsel. Der langjährige Konzernchef Mike Mack räumt nach der Übernahmeschlacht gegen den US-Rivalen Monsanto das Feld und tritt zurück. Bereits Ende Oktober verlässt Mack das Unternehmen, wie Syngenta am Mittwoch mitteilte. Finanzchef John Ramsay übernimmt bis zur Ernennung eines neuen Vorstandschefs den Posten interimsweise. Mack kam 2002 zu Syngenta, seit 2008 war der 55-jährige Amerikaner Vorstandschef. „Ich glaube, dass es eine passende Zeit für das Unternehmen ist, von den Perspektiven einer neuen Führung zu profitieren“, sagte Mack. Nähere Gründe zu seinem Rücktritt nannte er nicht. Wegen des hartnäckigen Widerstands der Konzernspitze hatte der US-Rivale Monsanto Ende August seine 47 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte für Syngenta zurückzogen.

Anleger griffen nach dem angekündigten Rücktritt bei Syngenta zu: Die Anteilsscheine legten um mehr als vier Prozent zu. „Der Druck auf den Konzernchef wurde wohl zu groß“, sagte ein Händler. Nach dem abgelehnten Übernahmeversuch von Monsanto hatte die Kritik von Aktionären zugenommen. Anleger zeigten sich über die wiederholte Senkung von Geschäftszielen enttäuscht. Das Management hat nach Einschätzung von Analysten zudem keinen glaubwürdigen Plan vorgelegt, wie Syngenta nach der Abwehr von Monsanto aus eigener Kraft seine Entwicklung verbessern kann.

Gleichwohl rechnen die Experten nicht damit, dass mit dem Rücktritt von Mack der Weg für Monsanto frei wird und der US-Rivale kurzfristig mit einer neuen Offerte anklopft – schließlich habe nicht nur Mack die Übernahmeavancen von Monsanto zurückgewiesen. Auch Syngenta-Präsident Michel Demare hätten sich kategorisch dagegen ausgesprochen, erklärte Analyst John Klein von der Berenberg Bank. Demare dankte Mack für seinen „sehr bedeutenden Beitrag“ für das Unternehmen. Am Markt wurde nun gerätselt, wer Mack folgen könnte. Nach Einschätzung von Christian Faitz von KeplerCheuvreux würde sich dafür am besten ein ausgewiesener Branchenkenner eignen, der von außen kommt und frischen Wind mitbringt.

Syngenta hatte in der vergangenen Woche wegen schwieriger Marktbedingungen in Lateinamerika sowie Wechselkurseffekten die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurückgeschraubt. Mit einem Börsenwert von rund 30 Milliarden Dollar ist Syngenta derzeit meilenweit von den rund 47 Milliarden Dollar entfernt, die Monsanto zuletzt für die Schweizer geboten hatte. Bei Anteilseignern sorgt das für Unmut. Erst kürzlich hatte sich eine neue Investorengruppe gegründet, die sich Vereinigung kritischer Syngenta-Aktionäre nennt und nach eigenen Angaben aus mehr als 80 privaten und institutionellen Aktionären besteht. Sie begrüßte den Rücktritt von Mack. Der Verwaltungsrat sei nun gefordert, einen neuen Vorstandschef zu ernennen, der alle Möglichkeiten unvoreingenommen prüft, um den Wert der Firma zu steigern.

 

 

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