Öl-Krise: In der Nordsee entfallen tausende Arbeitsplätze

Die britische Öl-Industrie in der Nordsee wird angesichts des Ölpreis-Verfalls weitere 10.000 Arbeitsplätze verlieren. Mit den bereits gestrichenen 5.000 Arbeitsplätzen wird die Branche 35 Prozent ihrer Belegschaft abbauen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Zwei der größten unabhängigen Öl-Förderer in der Nordsee melden, dass 10.000 weitere Arbeitsplätze in der Öl-Branche verloren gehen sollen. Seit dem vergangenen Jahr haben aufgrund des Ölpreis-Verfalls bereits 5.000 Öl-Arbeiter ihre Arbeitsplätze verloren, was 15 Prozent der gesamten Belegschaft in der Nordsee entspricht. Mit den zusätzlichen Arbeitsplatzverlusten würde sich die Belegschaft um 35 Prozent verkleinern. Doch Energie-Analysten warnen davor, dass der Branche noch das Schlimmste bevorstehe. Denn sie gehen davon aus, dass der Ölpreis-Baisse noch monatelang andauern werde. Tony Durrant, Leitender Geschäftsführer von Premier Oil, sagte den Financial Times: „Die Branche ist derzeit noch auf dem Weg, sich der Lage anzupassen und war bisher nicht sehr erfolgreich in der Entwicklung ihrer Effizienz.“

Die britische Nordsee ist die kostenintensivste Öl-Region, weil die Personalkosten hoch und die Öl-Vorkommen verhältnismäßig geringer als in anderen Regionen sind. Der Öl-Konzern Shell hat bisher 500 Stellen, BP hat 200 Vollzeitstellen sowie 100 Zeitarbeiterstellen und Conoco hat 230 Stellen gestrichen. Die steigenden Arbeitslosenzahlen sind vor allem in Aberdeen zu spüren. Die Stadt gilt als Zentrum der britischen Ölindustrie. Während in diesem Zusammenhang der Immobilienpreisanstieg ins Stocken geraten ist, erleben die Hotel- und Taxipreise einen Verfall.

Die Stadt hatte bisher darauf vertraut, dass der vergangene Öl-Boom durchgehend weiterlaufen würde. Nun fordert die Stadt zusätzliche Fördermittel vom Staat. Doch dafür sei es nun auch zu spät, zitiert die Financial Times einen hochrangigen Offiziellen aus der internationalen Ölbranche. „Milliardenschwere Projekte müssen nun auf Eis gelegt oder drastisch verkleinert werden. Es wird sicherlich noch mehr Stellenstreichungen geben“, so der Air Energi-Manager Andy Greenwood.

Bereits im Dezember 2014 sagte der Präsident des Branchenverbandes Brindex Robert Allan: „Fast keines der neuen Projekte in der Nordsee ist profitabel, solange sich der Öl-Preis unter 60 Dollar pro Barrel bewegt (…) Alle ziehen sich zurück (…) Es ist fast unmöglich, Geld mit diesem Ölpreis zu machen (…) Es ist eine große Krise.“

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick