Höhere Kosten: EU regelt Zahlungen für Firmen-Kreditkarten neu

Die EU hat Änderungen zu Kreditkartenzahlung beschlossen. Vor allem die Änderungen bei den Firmenkreditkarten sind umfangreich und bringen die bisherigen Anbieter unter Zugzwang.

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Ab Dezember gelten laut einem EU-Beschluss neue Regeln für Zahlungsdienste wie Kreditkarten. Laut Brüssel soll so der Wettbewerb unter den Anbietern verbessert und der elektronische Zahlungsverkehr gefördert werden. Zudem werden Kreditkarten-Gebühren (Interchange-Sätze) abgeschafft, die die Anbieter für die Abwicklung verlangen.

Vor allem die Änderungen bei den Firmenkreditkarten sind umfangreich und bringen die bisherigen Anbieter unter Zugzwang, so wie die Lufthansa-Tochter Airplus, die weltweit rund 43.000 Unternehmen bei den Reisekosten mit der Firmenkreditkarte betreut.

Patrick Diemer. (Foto: Airplus)

Patrick Diemer. (Foto: Airplus)

Laut EU-Beschluss müssen Firmenkreditkarten – sogenannte Corporate Cards – in Zukunft direkt über das Firmenkonto abgerechnet werden. Die bisherige Praxis, dass die Ausgaben zunächst über das Privatkonto des Reisenden laufen und dieser sie später im Rahmen der Reisekosten-Abrechnung geltend macht, ist ab Dezember in dieser Form nicht mehr möglich. Denn für Brüssel gilt es dann in Verbindung mit der Privathaftung nicht mehr als „dienstliche Ausgabe“, weswegen diese Art der Firmenkreditkarte unter die ICF-Kappung fällt. Besondere Arbeit macht dabei, dass die Firmenkreditkarte momentan die beliebteste Zahlungsabwicklung in Deutschland ist“, so Airplus-Chef Patrick Diemer zu den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Airplus muss daher alle Kunden mit diesem Kartentyp informieren – das entspricht etwa 75 Prozent des Kundenstamms. Für sie gibt es zwei Varianten: Entweder sie steigen auf einen anderen Kartentyp um oder bleiben bei dem Modell, müssen aber einen höheren Preis zahlen und der Kartenname ändert sich auf „Travel Expense Card“. Dies entspricht einer Art private Kreditkarte mit allen bisherigen Funktionen der normalen Firmenkarte. Mit der „Travel Expense Card“ wird zunächst übers Privatkonto des Reisenden abgerechnet. Da für sie allerdings die von der EU beschlossene reduzierte Händlergebühr von 0,3 Prozent gilt und die Anbieter daher massiv an Einnahmen verlieren, müssen die Entgelte erhöht werden.

Wir müssen leider bei dieser Variante die Preise erhöhen, um die Kappung der Interchange-Sätze auszugleichen. Das Transaktions-Entgelt setzten wir auf 1,19 Prozent. Denn durch den EU-Beschluss verlieren wir im Schnitt 28 Euro Erlöse pro Jahr und Karte. Mit den 1,19 Prozent bekommen wir zumindest 26 Euro wieder herein. Der Verlust von zwei Euro geht in die eigenen Bücher. Dazu zwingt uns leider die neue Gesetzeslage“, so Diemer. Die Kosten für die Umstellung belaufen sich für Airplus laut Schätzungen von Diemer auf „einen mittleren einstelligen Millionenbetrag“.

Für sein Unternehmen wäre es aber wichtiger, dass für alle Kreditkartenausgeber dieselben Regeln gelten, anstatt sich mit den Interchange-Gebühren aufzuhalten. Doch dem ist nicht so:

Denn interessanterweise sind vor allem Kreditkarten der beiden Marktführer von den Neuregelungen betroffen – die US-Unternehmen Mastercard und Visa. Ausgenommen sind dagegen American Express und Diners Club, weil sie ihre Karten selbst ausgeben und ohne zwischengeschaltete Banken auskommen.

Diemer nennt die EU-Regulierung daher „nur halbwegs gelungen“. Vor allem deshalb, weil die Ausnahmen erst am letzten Verhandlungstag präsentiert und beschlossen wurden.

 

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