Türkei: Polizei stürmt Fernsehsender der Gülen-Bewegung

Vier Tage vor der Neuwahl in der Türkei hat die Polizei das Gebäude eines Fernsehsenders gestürmt. Der Sender zählt zum Medienimperium des islamischen Predigers Fethullah Gülen, der in den USA lebt.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

In der Türkei wachsen wenige Tage vor der Parlamentswahl die politischen Spannungen: Die Polizei stürmte am Mittwoch Redaktionsräume des Medienkonzerns Koza Ipek Holding in Istanbul. Dabei setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer gegen Dutzende Demonstranten vor dem Gebäude ein, in dem die Sender Kanalturk und Bugun TV untergebracht sind. Koza Ipek gehört zum in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigt den seit 1999 im US-Exil lebenden Gülen, innerhalb der Türkei eine Parallel-Struktur aufgebaut zu haben. Die Regierung in Ankara ging wiederholt gegen Tausende mutmaßliche Anhänger des Predigers in Justiz, Polizei und den Medien vor. Am Dienstag hatten die Behörden 22 Tochtergesellschaften von Koza Ipek wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten besetzt. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe.

Die Türken wählen am Sonntag ein neues Parlament. Umfragen zufolge sieht es nicht danach aus, dass Erdogans islamisch-konservativer Partei AKP die bei der Wahl Anfang Juni verlorene absolute Mehrheit zurückgewinnen kann. Die Neuwahl war notwendig geworden, weil die Koalitionsgespräche der AKP im Sommer gescheitert waren.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick