Tränengas und Pfefferspray im Parlament des Kosovo

Im Parlament in Pristina kam es am Dienstag erneut zu Tumulten. Die Opposition störte die Sitzung trotz starker Polizeipräsenz mit Tränengas und Pfefferspray. Hintergrund ist eine Verständigung auf zusätzliche Rechte für die serbischen Gemeinden im Nordkosovo. Gegner fürchten die Unabhängigkeit des Kosovos.

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Mit Tränengas und Pfefferspray hat die kosovarische Opposition am Dienstag erneut die Arbeit des Parlaments in Pristina gestört. Oppositionelle Abgeordnete versprühten trotz starker Polizeipräsenz Tränengas und Pfefferspray im Plenarsaal, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete.

Die Opposition blockiert bereits seit Wochen immer wieder Parlamentssitzungen mit Tränengas, Eierwürfen und Pfeifkonzerten. Die Versammlung wurde unterbrochen und ohne die Opposition in einem anderen Raum fortgesetzt. Vor dem Parlament warfen währenddessen etwa hundert Demonstranten der oppositionellen Vetevendosje-Bewegung Steine auf das Gebäude und die Polizei.

Im August hatten sich die Regierungen des Kosovos und Serbiens mit Vermittlung der Europäischen Union auf zusätzliche Rechte für die serbischen Gemeinden im Nordkosovo verständigt. Die Opposition argumentiert, diese Einigung schade der Unabhängigkeit des Kosovos.

Die zu mehr als 90 Prozent von ethnischen Albanern bewohnte, ehemalige serbische Provinz war nach dem Kosovo-Krieg der Jahre 1998 und 1999 unter internationale Verwaltung gestellt worden. Im Jahr 2008 erklärte sich der Kosovo für unabhängig. Serbien hingegen betrachtet das Gebiet weiterhin als seine südliche Provinz.

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