Rüstungs-Konzern Heckler & Koch kämpft gegen massive Schulden

Der Mehrheitseigner Heeschen hat 60 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen in den Waffenproduzenten Heckler & Koch investiert. Das zusätzliche Kapital soll dem Unternehmen zu einem besserem Rating verhelfen und so Zinskosten senken. Heckler & Koch hofft wegen der veränderten Nato-Sicherheitspolitik auf Großaufträge für Gewehre aus Europa.

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Der Mehrheitseigentümer von Heckler & Koch will den Kritikern des Waffenherstellers mit einer millionenschweren Kapitalspritze den Wind aus den Segeln nehmen. Der mit 51 Prozent an dem schwäbischen Unternehmen beteiligte Investor Andreas Heeschen hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Euro Eigenkapital aus seinem Privatvermögen zugeschossen, um die Nettoverschuldung zu senken. „Wir müssen das schlechte Image korrigieren“, sagte der als öffentlichkeitsscheu geltende Heeschen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Heckler & Koch werde von Ratingagenturen derzeit mit „CCC“ bewertet, was auf ein hohes Ausfallrisiko seiner Schulden hindeutet.

„Das stört mich, rein emotional – und auch die Kunden“, sagte Heeschen. „Die Konkurrenz nutzt das aus.“ Behörden, mit die wichtigsten Kunden von Heckler & Koch, ließen sich davon verunsichern. Ziel sei es, dem Unternehmen wieder zu einem „B“-Rating zu verhelfen, sagte der 54-Jährige. „Mit einem ‚B‘ sind sie wieder salonfähig.“ Dazu wolle er die Schulden von bisher 300 Millionen Euro drücken. „Wir müssen rund 100 Millionen abbauen.“ So ließen sich die Zinskosten um ein Drittel senken. Die mit fast zehn Prozent verzinste Anleihe läuft 2018 aus, Heeschen will sie aber ein Jahr früher refinanzieren.

Die Ratingagenturen hatten angesichts eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr Zweifel geäußert, ob der Mittelständler seine 295 Millionen Euro schwere Hochzinsanleihe noch bedienen könne. Das Waffen-Exportverbot in den Mittleren Osten habe den operativen Gewinn (Ebitda) 2014 auf rund 25 (2013: 60) Millionen Euro gedrückt, sagte Heeschen. Der auf rund 150 Millionen Euro geschrumpfte Umsatz soll in diesem Jahr auf 180 Millionen Euro steigen.

Heeschen macht sich Hoffnung auf Großaufträge für Gewehre aus Frankreich und Deutschland. „Wir wollen die Veränderungen in der Sicherheitspolitik der Nato nutzen“, sagte er. „Wir brauchen mehr Handfeuerwaffen als uns lieb ist.“ Heckler & Koch hatte sich im Juli fast unbemerkt an der Pariser Börse Euronext listen lassen, allerdings ohne frisches Geld einzusammeln. Der Schritt sei mit Blick auf die Ausschreibung für ein Sturmgewehr für die französische Armee auch als Marketing-Instrument zu sehen, sagte Heeschen. Die Bundeswehr sucht einen Nachfolger für das Heckler & Koch-Gewehr G36, das im Frühjahr in die Kritik geraten war. Der Manager sieht das G36 rehabilitiert: „Politisch ist das durch.“

Der 2002 bei Heckler & Koch eingestiegene Heeschen hatte im Februar selbst die Führung übernommen und war von London an den Firmensitz in Oberndorf am Neckar umgezogen. Noch in diesem Jahr soll ihn der frühere Rheinmetall -Manager Nicola Marinelli ablösen. Eine Kapitalerhöhung, um Investoren an Bord zu nehmen, sei derzeit kein Thema, sagte Heeschen. „Nicht jetzt. Frühestens im Mai 2017.“ Einen Kauf anderer Waffenhersteller schloss er aus. „Es gibt keine Firma, die zu uns passt.“

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