Niedrige Stahlpreise senken Thyssens Aussichten

Der Mischkonzern ThyssenKrupp erwartet im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2015/16 einen geringeren operativen Ertrag als noch vor Jahresfrist. Grund dafür seien geringere Volumina und Preise im Stahlgeschäft.

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Die Thyssen-Aktie im Jahresverlauf. (Grafik: ariva.de)

Die Thyssen-Aktie im Jahresverlauf. (Grafik: ariva.de)

Thyssen startet mit weniger operativem Gewinn ins Geschäftsjahr. Das bereinigte Ebit werde im Quartal „leicht niedriger“ als im Vorjahr ausfallen, so das Unternehmen. Grund dafür seien geringere Volumina und Preise im Stahlgeschäft, die bessere Beiträge anderer Geschäftsbereiche – etwa im Aufzuggeschäft – überlagerten.

„Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir weitere Fortschritte bei unserer Strategischen Weiterentwicklung“, heißt es im aktuellen Finanzbericht. „Sorge bereiten uns allerdings wachsende Unsicherheiten bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der hohe Importdruck auf den Werkstoffmärkten vor allem aus Asien.“ Insgesamt halte man daher einen vorsichtigen Blick auf 2015/2016 für geboten:

„Wir rechnen dennoch mit einem deutlichen Anstieg bei Jahresüberschuss und Wertbeitrag, einem Free Cashflow vor M&A auf Vorjahresniveau sowie einem Bereinigten EBIT voraussichtlich zwischen 1,6–1,9 Mrd €. Wichtig wird dabei wieder unser Effizienzprogramm „impact“ sein, mit dem wir uns für 2015/2016 erneut EBIT-Effekte von 850 Mio € vorgenommen haben.“

Besonders mit der Stahlbranche hat der Konzern zu kämpfen. Neben der gesunkenen Stahlnachfrage aus China und anderen Schwellenländern haben auch die gesunkenen Preise aufgrund der chinesischen Überproduktion die Stahlbranche allgemein in die Krise gebracht. Entsprechende Forderungen nach einem stärkeren Eingreifen der EU wurden zuletzt erneut laut.

„Anders als in Nordamerika und in Asien, wo die Stahlpreise im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen waren, blieben sie in Europa zunächst vergleichsweise stabil. Fallende Rohstoffpreise, verbunden mit einem latenten Überangebot auch infolge hoher Importe, setzten aber auch hier die Spotpreise ab Jahresmitte erneut unter Druck. In erster Linie waren davon die südeuropäischen Länder betroffen, da sie der niedrigpreisigen Importkonkurrenz besonders stark ausgesetzt sind.“

Gleichzeitig will das Unternehmen ein neues Erscheinungsbild präsentieren. Das alte Logo war bereits am Mittwoch vor der Essener Zentrale des Industriekonzerns demontiert worden. Das fast 20 Jahre alte Logo mit dem Thyssen-Bogen über den nahtlosen Radreifen nachempfundenen Krupp-Ringen war anlässlich der Fusion der beiden Unternehmen aus der Taufe gehoben worden. Der seit fast fünf Jahren amtierende Konzernchef Heinrich Hiesinger hat das zuvor in eine tiefe Krise geratene Unternehmen grundlegend umgebaut.

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