Roboter können Unkraut besser bekämpfen als Monsanto

Ein Bosch-Start-up hat einen Agrarroboter entwickelt, der Felder von Unkraut befreien kann. Die Maschine kann Unkraut von Nutzpflanzen unterscheiden und gezielt zerstören. Chemische Unkraut-Vernichter wie Glyphosat könnten somit überflüssig werden.

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BoniRob kann autonom navigieren, Unkraut erkennen und vernichten. (Screenshot)

BoniRob kann autonom navigieren, Unkraut erkennen und vernichten. (Screenshot)

Ein autonomer Feldroboter namens BoniRob kann Felder von Unkraut befreien, ohne dabei die Umwelt mit Pflanzengiften zu belasten. Der so genannte BoniRob arbeitet rein mechanisch und stellt damit eine schonende Alternative zu chemischen Unkrautvernichtern dar. Entwickelt haben den Roboter die Amazonen-Werke zusammen mit der Fachhochschule Osnabrück, und dem Startup Deepfield Robotics von Bosch.

BoniRob ist bei seiner Feldarbeit komplett autonom: Er kann selbsttätig navigieren, die GPS-Positionen von Einzelpflanzen bestimmen und wieder finden, sowie seine Arbeiten kartieren und dokumentieren. So kann er die Arbeit der Pflanzenzüchter deutlich beschleunigen, indem er mit Hilfe spezieller Kameras und Sensoren die Messdaten vieler Einzelpflanzen automatisch erfasst und damit eine deutlich größere statistische Grundlage für die Züchtung schafft. Die Feldroboter-Technologie ist laut Entwickler deutlich schneller und leistungs­fähiger als der Mensch und alle bisher eingesetzten Techniken.

Der Roboter ist so groß wie ein Kleinwagen, manövriert Dank video- und lidarbasierter Positionsbestimmung sowie Satellitennavigation auf den Zentimeter genau über das Feld. Er kann auch zur umweltschonenden Kultivierung von Ackerflächen eingesetzt werden.

Mit Blick auf die vielfältige Flora kommt der automatischen Bilderkennung des Bonirobs eine wesentliche Rolle zu. Daher muss er dem Bonirob das Lernen und Erkennen von Blattformen lehren. Das Team nutzt dafür das sogenannte maschinelle Lernen. Dabei erfasst die Technik viele Bilddaten, in denen die Bosch-Forscher die Unkräuter markieren. „Der Bonirob lernt so mit der Zeit, immer besser anhand Parameter wie Blattfarbe, -form und -größe zwischen gewünschten und unerwünschten Pflanzen zu unterscheiden“, beschreibt Projektleiter Albert.

Von den Kameras lokalisiert wir der Wildwuchs von dem knapp einem Zentimeter breiten Stampfwerkzeug drei Zentimeter in den Boden gerammt. Die präzise Technologie macht den Einsatz flächendeckender Pestizide, die oft giftig von Umwelt und Menschen sind, in Zukunft überflüssig, so ein Bericht des Fachmagazins Spectrum.

Die Partner arbeiten zudem auf Grundlage des Roboters an dem Einsatz größerer autonomer Systeme in der Landtechnik. Schwärme kleiner Roboter, die selbsttätig auf den Feldern herumschwirren, um gezielt Dünger auszubringen oder Unkraut zu bekämpfen könnten demnach schon bald Wirklichkeit werden.

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