Griechische Konservative müssen Wahl wegen technischer Unfähigkeit absagen

Die Schwesterpartei der CDU in Griechenland hat sich sich mit einer missglückten Wahl heillos blamiert: Mit der Möglichkeit, online über den neuen Parteichef abzustimmen, wollte sich die Nea Dimokratia progressiv zeigen. Die Syriza-Regierung übergießt die Konservativen nun mit Spott und Hohn.

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«Ein absolutes Fiasko», «das reinste Durcheinander», «ein politisches Erdbeben» – griechische Politiker und Medien haben mit Spott und Unverständnis auf die missglückte Vorstandswahl der konservativen griechischen Partei Nea Dimokratia (ND) reagiert. Das Votum der Parteimitglieder war am frühen Sonntagmorgen wegen technischer Probleme bei der Online-Abstimmung auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

«Die Nea Dimokratia hat Alexis Tsipras in schweren Zeiten einen schönen Tag geschenkt», kommentierte die konservative Athener Zeitung «Kathimerini» und bilanzierte: «Ausgerechnet jene Partei, die für sich in Anspruch nimmt, als einzige das Land aus der Krise führen zu können, ist nicht einmal imstande, parteiinterne Selbstverständlichkeiten zu organisieren.»

Auch die linke Regierungspartei Syriza meldete sich zu Wort: «In diesen krisengeschüttelten Zeiten braucht das Land eine echte, verantwortungsvolle Opposition», hieß es süffisant. Und selbst aus den Reihen der Nea Dimokratia selbst hagelte es Kritik. Der ehemalige Reformminister Kyriakos Mitsotakis, einer der vier Kandidaten für das Amt des Parteichefs, forderte umgehend den Rücktritt des amtierenden Parteichefs Evangelos Meimarakis. Dieser gilt als Favorit, äußerte sich jedoch bis zum Sonntagnachmittag nicht zur Absage der Wahl.

Die Urwahl des Parteivorsitzes der Nea Dimokratia war kurz nach der Wahlniederlage der Konservativen bei der griechischen Parlamentswahl im September beschlossen worden. Damals hatte die Partei klar mit 28,1 Prozent verloren; Wahlsieger war die linksgerichtete Syriza unter Alexis Tsipras mit 35,5 Prozent.

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