Zu viele Studenten: Betrieben fehlen Lehrlinge

Die Zahl der Studenten in Deutschland ist auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Die Entwicklung führe auch dazu, dass die Betriebe immer weniger Auszubildende finden, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach habe sich die Zahl unbesetzter Lehrstellen in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht.

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Die Zahl der Studenten in Deutschland ist auf einen Rekordwert gestiegen. Im laufenden Wintersemester 2015/2016 sind 2,76 Millionen zumeist junge Menschen an den deutschen Hochschulen eingeschrieben, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dies seien 60.400 oder 2,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Seit etwa 2008 steigt die Zahl der Studenten stetig. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sieht die Daten als Beleg dafür, „wie attraktiv unsere Hochschulen sind“. Mit dem Hochschulpakt hätten Bund und Länder Vorsorge getroffen und finanzierten die zusätzlichen Studienplätze.

In der Vergangenheit kletterte auch die Studienanfängerquote kräftig – also der Anteil eines Jahrgangs, den es zur Universität oder anderen Hochschulen zieht. Waren dies 2007 nur 37 Prozent, so liegt die Zahl in diesem Jahr bei 58 Prozent. Folge dieses Trends ist auch, dass viele Lehrstellen offen bleiben. „Immer mehr Schüler machen Abitur und entscheiden sich dann für ein Studium“, erklärte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). „Diese Entwicklung ist einer der Gründe, warum es vielen Unternehmen mittlerweile schwer fällt, geeignete Auszubildende zu finden.“ In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl unbesetzter Lehrstellen verdreifacht. Allerdings gebe es große Unterschiede zwischen Regionen und Berufen. „Besonders hart trifft es Firmen in Ostdeutschland und Bayern“, teilten die Kölner Forscher zu ihrer Analyse mit.

Im Arbeitsagenturbezirk Greifswald blieb demnach 2014 fast jede vierte Lehrstelle unbesetzt, in Passau waren es 14,6 Prozent. Dafür gebe es aber unterschiedliche Gründe: Während in Ostdeutschland die Zahl der Schulabgänger stark gesunken sei, boome in Bayern die Wirtschaft, „wodurch es einen steigenden Bedarf an Fachkräften und Azubis gibt“.

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