Türkei: Erdogans Schwiegersohn wird Energie-Minister

Der Schwiegersohn von Staatschef Recep Tayyip Erdogan wird neuer Energieminister in der Türkei. Die Familie Erdogan steht seit längerem im Verdacht, Öl-Geschäfte mit der Terror-Miliz IS getätigt und Millionen-Profite eingestreift zu haben.

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Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat am Dienstag sein neues Kabinett vorgestellt. Zum Energieminister ernannte der Regierungschef den Schwiegersohn von Staatschef Recep Tayyip Erdogan, Berat Albayrak. Auch mehrere andere Vertraute des Präsidenten sind in der Regierung vertreten, unter ihnen Innenminister Efkan Ala und Verkehrsminister Binali Yildirim.

Der Sohn von Erdogan, Bilal, spielt laut New Eastern Outlook Journal eine wichtige Rolle im türkischen Öl-geschäft: Er soll im Besitz gleich mehrerer Schifffahrtsgesellschaften sein. Angeblich habe er Verträge mit Firmen abgeschlossen, die in Europa agieren, um gestohlenes irakisches Öl nach Asien zu schaffen. Die türkische Regierung kaufe das fragliche Öl aus den besetzten irakischen Quellen. Erdogans Sohn wiederum sei im Besitz spezieller Anlegeplätze in den Häfen von Beirut und Ceyhan, von denen aus das vom IS geschmuggelte Rohöl via japanischer Tankschiffen befördert werde.

Erdogan hatte den amtierenden Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu vor einer Woche erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Zuvor war das türkische Parlament in Ankara nach der Wahl vom 1. November vereidigt worden. Bei dem Urnengang hatte Erdogans konservative AKP 316 Mandate im 550 Sitze zählenden Parlament erreicht.

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