Ernst & Young: Schwacher Euro bläht Dax-Umsätze auf

Das Wachstum der Dax-Unternehmen fußt größtenteils auf Wechselkurseffekten, so die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young. Die Rekord-Umsätze von 326,1 Milliarden Euro im Sommer-Quartal sind demnach zu mehr als der Hälfte auf den schwächer werdenden Euro zurückzuführen. Der günstige Wechselkurs habe die außerhalb der Euro-Zone erwirtschafteten Umsätze aufgebläht.

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Das Wachstum der börsennotierten deutschen Großkonzerne fußt einer Studie zufolge zum großen Teil auf Wechselkurseffekten. Die im Leitindex Dax gelisteten Unternehmen steigerten ihre Umsätze im Sommer-Quartal zwar um sechs Prozent auf einen Rekordwert von 326,1 Milliarden Euro, wie die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) für eine am Donnerstag veröffentliche Analyse errechneten. Mehr als die Hälfte des Zuwachses war aber auf den schwächer werdenden Euro zurückzuführen, der die außerhalb der Euro-Zone erwirtschafteten Umsätze aufblähte.

Der Euro lag im Vergleich zum US-Dollar im Zeitraum von Juli bis September knapp 20 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Das trieb die Umsätze der Dax-Konzerne laut der Studie um mindestens zehn Milliarden Euro. Allein in Nordamerika setzten die deutschen Unternehmen 24 Prozent mehr um, in Asien gingen ihre Umsätze dagegen um drei Prozent zurück. Die USA und Kanada steuern inzwischen ein Viertel zum Gesamtumsatz der Dax-Konzerne bei.

Mit dem Chiphersteller Infineon hat am Donnerstag das letzte der 30 Dax-Unternehmen seine Geschäftszahlen für die Monate von Juli bis September vorgelegt. Sie fielen überraschend positiv aus. Insgesamt sind die operativen Gewinne (Ebit) der Dax-Konzerne aber auf einem neuen Tiefststand gelandet. Schuld an dem Einbruch um mehr als zwei Drittel auf 8,5 Milliarden Euro sind die Milliardenverluste beim Versorger E.ON (8,5 Milliarden Euro), der Deutschen Bank (6,1 Milliarden) und des vom Abgasskandal gebeutelten Autobauers Volkswagen (3,5 Milliarden). Alle drei schafften es in die Rangliste der höchsten Quartalsverluste seit dem Jahr 2000. Höher als bei E.ON waren nur die abschreibungsbedingten Verluste der Deutschen Telekom im Sommer 2002 (21,7 Milliarden) und im Sommer 2012 (8,8 Milliarden). 19 der 30 Dax-Konzerne verzeichneten dagegen Gewinnzuwächse.

 

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