Abfuhr für das Pentagon: Irak lehnt neue US-Truppen ab

Der Irak will keine neuen US-Truppen auf seinem Territorium akzeptieren. Die Absage zeigt, wie wenig diplomatisch das Pentagon im Nahen Osten vorgeht. Russland hatte Truppen angeboten - aber nur, wenn die Regierung des Irak solche ausdrücklich anfordert.

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Die irakische Regierung lehnt einen von den USA angekündigten Einsatz von Spezialeinheiten im Kampf gegen die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) in ihrem Land ab. „Wir brauchen keine ausländischen Kampftruppen auf irakischem Boden“, erklärte Ministerpräsident Haider al-Abadi am Dienstag. In einer zweiten Mitteilung ergänzte er später, jeder Militäreinsatz und jede Stationierung von ausländischen Truppen im Irak – „ob Spezialkräfte oder sonstige“ – benötigten die Zustimmung seiner Regierung und müssten mit ihr abgesprochen werden. Unklar blieb damit zunächst, inwieweit die US-Regierung die Pläne mit Al-Abadi abgestimmt hatte. Zuvor hatten bereits mächtige irakische Schiiten-Gruppen erklärt, sie würden die US-Truppen angreifen.

Die Abfuhr für das Pentagon ist zugleich ein Erfolg für Russlands Präsident Wladimir Putin: Die Russen hatten dem Irak angeboten, der Regierung gegen die Islamisten zu helfen – aber nur, wenn die Regierung um Hilfe ansucht. Dies hatte Bagdad in Erwägung gezogen, jedoch bisher noch keine solche Bitte geäußert. Russland betriebt in Bagdad gemeinsam mit dem Irak und dem Iran eine Geheimdienst-Zentrale. Die US-Regierung hatten die Einladung zur Mitwirkung ausgeschlagen.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte vor dem Kongress in Washington die Entsendung eines Expeditionskorps aus Spezialkräften in den Irak angekündigt. Dies solle dem Irak helfen, den Druck auf den IS zu erhöhen. Dazu gehörten Razzien, die Befreiung von Geiseln und die Ergreifung von IS-Anführern. Erwartet wurde in Washington eine Einheit aus etwa 200 Soldaten. Die regulären amerikanischen Kampftruppen waren 2011 aus dem Irak abgezogen worden.

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