Schwerpunkt Innovationen: Siemens stellt 400 neue Forscher ein

Siemens will bis Ende September rund 300 Millionen Euro mehr für Innovationen ausgeben. Davon sollen allein in China 300 neue Forschungs-Stellen geschaffen werden. In Deutschland sind 100 neue Stellen vorgesehen.

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Siemens stockt seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf. Der Technologiekonzern will im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September 4,8 Milliarden Euro für Innovationen ausgeben, rund 300 Millionen Euro mehr als zuletzt. Rund 400 neue Stellen in der Forschung sollen geschaffen werden, davon 300 in China und 100 in Deutschland, kündigte Vorstandschef Joe Kaeser am Dienstag in München an. Hinzu kommen bis zu 100 Millionen Euro für Mitarbeiterideen in den nächsten drei Jahren.

Vor allem im Geschäft mit Digitalisierung, Automatisierung und dezentraler Energietechnik will Kaeser die Konkurrenz mit Innovationen angreifen. „Innovation ist nie ein Selbstzweck, es ist ein Mittel der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Kaeser. „Unser Unternehmen braucht gute Ideen – und wir werden die Voraussetzungen schaffen, dass die Ideen unserer klugen Köpfe innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens auch schnell und unkompliziert umgesetzt werden können.“

Siemens wagt mit der neuerlichen Offensive einen neuen Anlauf, um sich wieder als einfallsreicher Ingenieurkonzern zu positionieren. Kaesers Vorgänger Peter Löscher hatte vor einigen Jahren bereits Milliarden in Forschung und Entwicklung gesteckt, sich letztlich aber angesichts des mäßigen Markterfolgs der Tüfteleien aus seinem Haus ernüchtert gezeigt. Zuletzt war Siemens auf einzelnen Technologiefeldern in Rückstand gegenüber Rivalen wie GE und ABB geraten. Insbesondere im Bereich der Stromerzeugungstechnik zogen die Konkurrenten an Siemens vorbei.

Im Geschäft mit Stromtrassen erzielten die Münchner indes einen Markterfolg, nachdem sie auf dem Gebiet in den vergangenen Jahren vor allem mit verpatzten Hochseeprojekten aufgefallen waren. Die Netzbetreiber Amprion und TransnetBW bestellten bei Siemens Technik für eine deutsche Gleichstromautobahn von der Küste nach Süden im Gesamtwert von 900 Millionen Euro. Die Order ist ein Achtungserfolg für Siemens, nachdem Energieversorger und Netzfirmen solche Gleichstromtrassen vor allem bei der Schweizer ABB in Auftrag gegeben hatten.

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