Griechenland räumt Flüchtlingslager an Grenze zu Mazedonien

Griechenland hat en Flüchtlingslager an der Grenze zu Mazedonien räumen lassen. Im dem Lager befanden sich 2.300 Menschen. Athen will, dass die Flüchtlinge innerhalb von 30 Tagen ausreisen – andernfalls sollen sie abgeschoben werden.

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Die griechische Polizei hat ein Lager mit rund 2.300 an der Grenze zu Mazedonien gestrandeten Flüchtlingen geräumt. Die Migranten, die zumeist aus Pakistan, Marokko, Algerien und Somalia stammen, wurden am Mittwoch mit Bussen nach Athen gefahren, wo sie zunächst in einem überdachten Sportstadion untergebracht wurden. Ein Polizeivertreter sagte, die Flüchtlinge hätte 30 Tage Zeit, um ihre Heimreise anzutreten. Sollten sie dies nicht tun, würden sie abgeschoben.

Die Flüchtlinge hatten zum Teil drei Wochen lang in dem Lager bei Idomeni festgesessen, weil Mazedonien ihnen die Einreise verweigerte. Der Balkan-Staat lässt seit Mitte November nur noch Syrer, Iraker und Afghanen ins Land, die als Bürgerkriegsflüchtlinge gelten. Die EU will Griechenland nun verklagen, weil es zuvor die Flüchtlinge ungehindert passieren ließ.

An der griechisch-mazedonischen Grenze kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den dort gestrandeten Menschen, die den Übergang sowie die Zugverbindung an der Grenze blockierten. Ein Mann aus Marokko war dort vorige Woche durch einen Stromschlag an den Bahngleisen ums Leben gekommen. In Griechenland boomt daher auch das Geschäft mit gefälschten Pässen.

In diesem Jahr sind bereits mehr als 600.000 Flüchtlinge in Griechenland angekommen. Die meisten machten sich in Holz- oder Schlauchbooten von der Türkei aus auf den Weg. Tausende ertranken bei dem Versuch. Die EU hat Griechenland ein Ultimatum bis Mitte Dezember gestellt, die Grenzen dichtzumachen, anderenfalls werde das Land zeitlich begrenzt aus dem Schengen-Raum ausgeschlossen.

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