Investitionen in Solarstrom erzielen weltweit Erfolge

In Indien entsteht derzeit ein Flughafen, der zu einhundert Prozent mit Solarstrom betrieben wird. Die Anlage wird jeden Tag bis zu 60.000 Kilowattstunden Strom erzeugen und so den Ausstoß von hunderttausenden Tonnen Kohlendioxid verhindert. Die Fertigstellung ist bereits für Mai 2016 geplant.

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Die Investitionen in Solarstrom feiern weltweit Erfolge. Das zeigt derzeit der indische Flughafen, der sich zu 100 Prozent aus grüner Energie selbst versorgt. (Foto: Screenshot)

Die Photovoltaik-Anlage soll ab Mai 2016 genug Strom für den Betrieb des gesamten Flughafens in Cochin liefern. (Foto: Screenshot)

Für Mai 2016 ist die Fertigstellung des umweltfreundlichen Airports geplant. Dann wird die gesamte Photovoltaik-Anlage auf dem angrenzenden Fracht-Komplex ihre volle Leistung entfalten. Das Gebiet, das für sie zur Verfügung steht, ist immerhin 18 Hektar groß, berichtet Science Alert.

Die Anlage wird jeden Tag 50.000 bis 60.000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen. Damit werden alle technischen Prozesse abgewickelt, die der Flughafenbetrieb benötigt. Der Airport ist also energetisch neutral. Darauf machte die Cochin International Airport Limited, kurz CIAL, ausdrücklich aufmerksam. Deren Tochtergesellschaft betreibt den Flughafen.

„Wir suchen außerdem nach Möglichkeiten, Solaranlagen mit der Energie von Staudämmen zu erzeugen, indem wir Keralas natürliche Ressourcen nutzen“, führte ein leitender Mitarbeiter der Gesellschaft aus. Die CIAL prüfe weitere erneuerbare Energien, wobei sie sich besonders für Hydroenergie interessiere.

Wie The Verge berichtet, kann Indien bereits 4 Gigawatt an Solarenergie-Kapazität aufweisen. Die indische Regierung möchte Cochin als vorbildliches Beispiel für andere lokale Airports präsentieren. Sie sollen zu ernsthaften Überlegungen angespornt werden, wie sie Investitionen in Solarstrom in ihre Prozesse einbinden können.

Die Daily Mail hat sich dem Thema ebenfalls gewidmet. Hier berichtet V. J. Kurian, Geschäftsführer des Flughafens, darüber, wie die Idee sich entwickelt hat. Am Anfang stand die Erkenntnis, wie hoch die Kosten für die Energie waren. Da begann man, Alternativen zu überlegen. „Nun kam die Idee von umweltschonender Energienutzung ins Spiel“, sagt der leitende Mitarbeiter „wir verbrauchen schließlich 48.000 Kilowattstunden Strom täglich.“ Das entpuppte sich als vorsichtige Schätzung. Heute gehen sie davon aus, dass durchaus 50.000 bis 60.000 Kilowattstunden Verbrauch an der Tagesordnung sind.

Die CIAL betonte stets, dass sie über den eigenen Tellerrand herausblicken will. Der Airport will nicht nur selbst konsequent verfolgen, umweltfreundliche und erneuerbare Energien zu nutzen und weiterzuentwickeln, etwa durch Investitionen in Solarstrom. Ebenso wie die indische Regierung für ihr Land ein Zeichen setzen will, wollen auch die Flughafenbetreiber eine Botschaft in die ganze Welt hinaus senden. Sie legen Wert auf die Feststellung, dass der indische Flughafen schon längere Zeit energiebewusst und ökologisch verantwortungsvoll handelt.

Der Airport begann im Jahr 2013 damit, Photovoltaik-Anlagen zu nutzen. Da baute er nämlich das Pionierobjekt auf dem Ankunfts-Terminal. Hier wurde eine Leistung von 100 Kilowatt erbracht. Wenig später wurde eine weitere Anlage errichtet und zwar auf dem Dach der Wartungshalle. Sie lieferte dann bereits 1 Megawatt. Dann wurden weitere Pläne entwickelt, die schließlich zu dem ebenso gigantischen wie ehrgeizigen Projekt führten, einen Airport in Betrieb zu haben, der sich energetisch selbst versorgt.

Die CIAL plant, den Solarstrom in das allgemeine Stromnetz des Bundesstaates Kerala einzuspeisen. Das ist der Tatsache zu verdanken, dass die Photovoltaik-Anlage über keine eigene Speicherkapazität verfügt. Batterien stehen nicht zur Verfügung. Der Flughafen benötigt natürlich auch dann Energie, wenn der Himmel wolkenverhangen ist, und selbstverständlich jede Nacht. In diesen Zeiten kann er sich den Strom, den er ins Kerala-Stromnetz weitergeleitet hat, wieder zurückkaufen.

Im letzten Jahr verbuchte der Vorzeige-Flughafen 6,8 Millionen Passagiere, die seine Terminals nutzten. Er ist der viertgrößte in Indien, wenn man in den Kategorien des internationalen Flugverkehrs rechnet.

Der indische Flughafen kann zwar für sich in Anspruch nehmen, der erste weltweit zu sein, der sich vollständig selbst aus Investitionen in Solarstrom unterhält, doch er hat Konkurrenz. Bereits im Jahr 2012 wurde ein energetisch umweltbewusster Terminal errichtet. Dieser liegt auf der Insel Baltra in Ecuador, dem Zugangsort für die Galapagos-Inseln. Davon berichtet die Latina-press.

Im März 2013 war es soweit: Der Flughafen konnte seine volle Energiekapazität entfalten. Diese basierte auf Sonne und Wind. Die Photovoltaik-Anlage steuerte 13 Prozent der Energie bei. Das Terminalgebäude ist lichtdurchflutet und die enorm durchdachten Belüftungsanlagen sorgen für ein gutes Raumklima. Klimaanlagen sind dabei nicht nötig.

Es gibt keine natürlichen Wasserressourcen auf Balta. Also wurde dafür gesorgt, dass die natürliche Regenwasserquelle optimal eingesetzt wird. Entsprechend sind Recyclinganlagen im Gebrauch. Auch das Flughafengebäude selbst besteht größtenteils aus recycelten Materialien. Mit dem ökologisch perfekten Airport will Ecuador dazu beitragen, die Galapagos-Inseln in einer Zeit des großen Touristenzustroms ökologisch zu erhalten.

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