Griechenland: Flüchtlings-Krise hat Athen bereits zwei Milliarden Euro gekostet

Die griechische Regierung beklagt, die Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise hätten das hochverschuldete Land bereits zwei Milliarden Euro gekostet. Nun will Athen einen Sondergipfel mit Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Erdogan einberufen.

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Der griechische Außenminister Nikos Kotzias hat scharfe Kritik am Einsatz der EU zur Lösung der Flüchtlingskrise geübt. Der griechische Außenminister sagte, dass sein hoch verschuldetes Land dieses Jahr bereits fast zwei Milliarden Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise ausgegeben habe. Anders als die griechischen Grenzbeamten arbeite die von der EU als Lösung eingesetzte Grenztruppe Frontex nicht rund um die Uhr und an den Wochendenden, sagte er auf Mega TV. Griechenland habe die EU-Genzschutzagentur um 780 Beamte für die griechischen Inseln gebeten, Frontex habe aber bislang nur 430 Beamte geschickt.

Die griechische Regierung plant nun einen Mini-Gipfel zur Flüchtlingskrise mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Das Gipfeltreffen solle auf der griechischen Ägäis-Insel Chios stattfinden, sagte Kotzias. Die Teilnehmer sollten aber auch ins türkische Izmir übersetzen, „um beide Seiten zu sehen“. Ein Termin steht laut Kotzias noch nicht fest, wahrscheinlich finde der Mini-Gipfel Anfang Februar statt.

Griechenland steht wegen seines Umgangs mit dem Flüchtlingen in der Kritik. Die EU-Kommission verwarnte am Donnerstag Griechenland zusammen mit Italien und Kroatien wegen Mängeln bei der Erfassung von Fingerabdrücken. Regierungschef Alexis Tsipras räumte daraufhin frühere Versäumnisse ein und sagte eine zuverlässige Registrierung aller Flüchtlinge in seinem Land zu. Seit Jahresbeginn überquerten mehr als 750.000 Flüchtlinge die Ägäis.

Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, warf Athen in der griechischen Zeitung „Kathimerini“ vom Sonntag vor, seit Oktober die Stationierung zusätzlicher Grenzschützer verzögert zu haben, weil es nicht die erforderlichen griechischen Führungsbeamten benannt habe. „Wir können keine Grenzschützer ohne federführende Griechen entsenden“, beklagte Leggeri. „Diese Woche wurden 19 Griechen zur Verfügung gestellt und uns fehlen immer noch zwölf.“

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