IBM eröffnet Zentrale für Supercomputer und Vernetzung in München

IBM hat in München eine Zentrale für den Supercomputer Watson eröffnet. Watson soll beim Internet der Dinge und der Vernetzung für die Industrie 4.0 eine führende Rolle spielen. Bis zu 1000 Stellen für Entwickler, Berater, Forscher und Designer sind geplant.

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IBM hat in München eine weltweite Zentrale für seinen Supercomputer Watson eröffnet. Künftig sollen dort mit Hilfe künstlicher Intelligenz neue Lösungen für das Internet der Dinge entwickelt werden. Kunden, Start-ups, Partner, Universitäten und Forschungseinrichtungen bekämen dort künftig Zugang zu der Watson-Plattform und könnten neue Geschäftsmodelle, Lösungen und Services erproben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Innerhalb des ersten Jahres sollen in München zunächst 700 Mitarbeiter beschäftigt werden, sagte Harriet Green, bei IBM für Bildung und das Internet der Dinge zuständig, der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt seien bis zu 1000 Stellen für Entwickler, Berater, Forscher und Designer geplant. Das sei ein wichtiger Baustein für die Stärkung der bayerischen Wirtschaftskraft, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Von dem neuen IBM-Standort würden auch zahlreiche bayerische Unternehmen und junge Unternehmensgründer profitieren. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nannte die neue Zentrale einen „der größten Ansiedlungserfolge der vergangenen Jahre“.

Deutschland kommt nach Einschätzung von Martina Koederitz, Chefin von IBM Deutschland, eine besondere Rolle zu. „Die Ausgangslage der deutschen Wirtschaft in Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0 ist hervorragend“, sagte Koederitz. Ihr Vorteil sei der hohe Industrialisierungsgrad.

Der neue Standort sei für IBM eines der größten Investments in Europa überhaupt, sagte Green. Die Niederlassung solle vor allem Kunden aus Asien ansprechen. Nach Auffassung des Unternehmens könnte Watson beim Internet der Dinge eine führende Rolle spielen. Der Supercomputer hatte vor einigen Jahren für erste Schlagzeilen gesorgt, als er in der Quizsendung „Jeopardy“ gegen zwei menschliche Gegner antrat – und gewann. Er versteht verschiedene Alltagssprachen, ist selbstlernend und kann Millionen von Daten in Sekundenbruchteilen analysieren.

Beim Internet der Dinge geht es derzeit darum, neue Erkenntnisse aus den riesigen Datenmengen zu gewinnen, die bei der Nutzung von sogenannten Wearables, medizinischen Geräten, Verkehrs- und Energiesteuerungssystemen oder Fahrassistenzsystemen anfallen. Nach Schätzungen von IBM gibt es weltweit neun Milliarden vernetzte Geräte, die in den nächsten 15 Jahren täglich rund 2,5 Trillionen Bytes produzieren werden.

Mit kognitiven Ansätzen soll es künftig möglich sein, aus den Bergen von unstrukturierten Daten sinnvolle Erkenntnisse zu gewinnen. „Das Internet der Dinge entwickelt sich zur weltweit größten Datenquelle“, sagte Green. „Allerdings werden fast 90 Prozent dieser Daten gegenwärtig überhaupt nicht genutzt.“ Watson sei in der Lage, diese Daten rasch zu durchforsten und sie beispielsweise auch mit Informationen aus der Vergangenheit in Beziehung zu setzen. Damit könnten möglicherweise noch unbekannte Korrelationen entdeckt werden.

Erst im Oktober 2014 hatte IBM in New York eine neue Watson-Zentrale eingeweiht. Im vergangenen März kündigte das Unternehmen an, über drei Milliarden Dollar in das Thema Internet der Dinge zu investieren.

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