Thermal-Kraftwerk: Wärme der Ozeane wird in Energie umgewandelt

Neben Solar- und Windenergie setzen Unternehmen und Staaten immer mehr auf eine neue Technologie zur Energiegewinnung. Das Meer soll dafür genutzt werden. Die Differenz der Wassertemperatur wird zur Stromerzeugung genutzt. In Martinique wird gerade an einem entsprechenden Kraftwerk gearbeitet.

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Nautilus heißt das Meereswärmekraftwerk, das vor Martinique entstehen soll.  Die Technologie dahinter ist unter dem Namen OTEC bekannt: Ocean Thermal Energy Conversion. Mit dieser Anlage könne die Luft wie bei einer Klimaanlage abgekühlt, Trinkwasser gewonnen sowie Energie produziert werden“, teilte Akuo Energy mit.  Zusammen mit DCNS und Entrepose will Akuo Energy die Anlage vor Martinique bauen. 150 Millionen Euro soll sie kosten. Angesichts schwindender Gas- und Ölvorkommen werden in naher Zukunft weitere Kraftwerke dieser Art ihren Betrieb aufnehmen.

Für die Energiegewinnung braucht man das warme Wasser der Ozeanoberfläche und das kalte Wasser aus bis zu 1000 Metern Tiefe. Mindestens 20 Grad Temperaturunterschied müssen zwischen Meeresoberfläche und dem Tiefenwasser herrschen, damit der Kreislauf funktionieren kann. Diese Bedingungen finden sich vor allem in einem Kilometer  breitem Gürtel um den Äquator herum. Das etwa 25 Grad warme Wasser von der Meeresoberfläche lässt eine Flüssigkeit mit niedrigem Siedepunkt verdampfen, wodurch eine Turbine angetrieben wird. Im Anschluss daran kühlt das Wasser aus der Tiefe den erhitzten Stoff wieder ab. Der Stoff verflüssigt sich wieder und kann von Neuem erhitzt werden.

Forscher von der Universität Hawaii schätzen, dass die globale OTEC-Energie, gewonnen durch stationäre Anlagen, bei mindestens fünf Terawatt liegen könnte. Das wäre doppelt so viel, wie der für 2017 geschätzte Stromverbrauch. Otec hat einen globalen Marktwert von 35 Milliarden Euro und betrifft rund hundert Länder“, so das Unternehmen weiter.  Bereits 1881 lieferte der französische Physiker, Jacques Arsene D’Arsonval, das erste Konzept für diesen Energiekreis. Doch es sollte bis 1930 dauern, bis die erste Testanlage in Kuba gebaut wurde. Und erst 1970 folgten Anlagen in Japan und auf Haiwaii.

Allerdings kann auch diese Form der Energiegewinnung negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Einer Studie im Auftrag des amerikanischen Wirtschaftsministeriums zufolge schwimmen zwar große, ausgewachsene Fische und Schildkröten etc. schnell genug, um nicht von der Anlage eingesaugt zu werden. Kleinere Lebewesen, Fischlarven und Eier jedoch könnten in die Anlage gesaugt werden und vermutlich dort verenden. Probleme können aber auch bei der Rückzufuhr des genutzten Wassers ins Meer auftreten. Gerade bei wärmerem Wasser beispielsweise besteht die Gefahr von Algenbildung im Wärmetauscher, jeder chemische Eingriff hier könnte auch das Meereswasser außerhalb der Anlage erreichen.

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