Fosun zieht Offerte für BHF Kleinwort Benson zurück

Der in Turbulenzen geratene chinesische Investor Fosun hat sein Kaufangebot für BHF Kleinwort Benson zurückgezogen. Damit dürfte die Investment-Boutique in die Hände von Franzosen kommen, die das Unternehmen zerschlagen werden.

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Die französische Privatbank Oddo hat bei der geplanten Übernahme des deutsch-britischen Geldhauses BHF Kleinwort Benson freie Bahn. Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun, die BHF Kleinwort Benson ebenfalls schlucken wollte, hat ihre Offerte zurückgezogen, wie die belgische Finanzmarktaufsicht am Freitag mitteilte. BHF Kleinwort Benson ist in Belgien gelistet. Fosun wollte darüber hinaus keine weitere Stellungnahme abgeben.

Oddo hatte Ende November 5,75 Euro je BHF-Kleinwort-Benson Aktie geboten und damit das Fosun-Angebot von 5,10 Euro übertrumpft. Der in Ermittlungen in China verwickelte Fosun-Gründer Guo Guangchang war nun nicht bereit, noch einmal nachzulegen. Die Erfolgschancen einer erneuten Gegenofferte wären ohnehin gering gewesen, da Oddo sich bereits die Unterstützung großer BHF-Aktionäre gesichert hat.

Oddo will einen Teil des Instituts – die in Großbritannien und auf den Kanalinseln angesiedelte Kleinwort Benson – an die französische Großbank Societé Générale weiterverkaufen. Die von Vorstandschef Leonhard („Lenny“) Fischer erst Anfang 2014 geformte BHF-Kleinwort-Benson-Gruppe würde somit schon nach kurzer Zeit wieder zerschlagen.

Fischer hatte im Juni BHF-Chef Björn Robens vor die Tür gesetzt und sich deshalb mit dem Großaktionär Fosun zerstritten. Dieser stand hinter Robens und kündigte wenig später ein Übernahmeangebot für BHF Kleinwort Benson an. Experten erwarten, dass Fosun seine Beteiligung von derzeit rund 20 Prozent an BHF Kleinwort Benson nun in absehbarer Zeit verkaufen wird. Auch weitere rund neun Prozent, die das Unternehmen vom Investor Timothy Collins übernimmt, dürften die Chinesen abstoßen, hieß es in Finanzkreisen.

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