Türkische Lira sackt nach Zins-Entscheidung ab

Die türkische Lira und die Börse in Istanbul sind nach dem überraschendem Verzicht der Zentralbank auf eine Zinserhöhung abgesackt. Beobachter sehen die Politisierung der Zentralbank mit Sorge.

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Die überraschende Beibehaltung des Leitzinses durch die türkische Notenbank hat die Währung des Landes am Dienstag unter Druck gesetzt. Ein Dollar verteuerte sich binnen Minuten auf 2,9465 Lira von zuvor 2,9162 Dollar. Der Leitindex der Istanbuler Börse ging ebenfalls auf Tauchstation und verlor 1,1 Prozent.

Die Zentralbank beließ den Schlüsselsatz bei 7,5 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten mehrheitlich mit einer Anhebung um einen halben Prozentpunkt auf acht Prozent gerechnet. Volkswirt Piotr Matys von der Rabobank betonte allerdings, dass diese Zinserhöhung nur kosmetisch gewesen wäre. Schließlich liege der durchschnittliche Finanzierungssatz der Geschäftsbanken für Notenbank-Kredite bei 8,85 Prozent. Außerdem hätten sich die Zentralbanker neue Kritik aus der Politik eingehandelt.

Internationale Anleger zweifeln immer stärker an der Unabhängigkeit der türkischen Notenbank, berichtet Reuters. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte sie mehrfach dazu aufgefordert, die schwächelnde Wirtschaft durch die Bereitstellung billigen Geldes anzukurbeln.

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