China wird zum Vermittler in Afghanistan

China wird überraschend zum Vermittler im Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan über die Rolle der Taliban. Peking könnte gelingen, was ein jahrelanger Militäreinsatz des Westens nicht geschafft hat.

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Chinas Premier Li Keqiang (ganz rechts) spielt eine wichtige Rolle in den eurasischen Konflikten. (Foto: EPA/EKATERINA SHTUKINA / SPUTNIK / GOVERNMENT PRESS SERVICE)

Chinas Premier Li Keqiang (ganz rechts) spielt eine wichtige Rolle in den eurasischen Konflikten. (Foto: EPA/EKATERINA SHTUKINA / SPUTNIK / GOVERNMENT PRESS SERVICE)

Afghanistan und Pakistan wollen sich für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Taliban einsetzen. Beide Länder willigten am Sonntag in Treffen mit Vertretern der USA und Chinas im Januar ein, um die Gespräche vorzubereiten, wie Regierungsvertreter sagten. In einer Erklärung der afghanischen Präsidentschaft hieß es, die erste Runde der Gespräche zwischen Afghanistan und Pakistan sowie den Vermittlern USA und China solle dem Entwurf eines umfassenden Friedensfahrplans dienen. Die Taliban äußerten sich zunächst nicht.

Die Ankündigung erfolgte zeitgleich mit einem Treffen des einflussreichen pakistanischen Armeechefs Raheel Sharif in Kabul mit dem afghanischen Staatschef Aschraf Ghani und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. Ghani hatte sich zuletzt für bessere Beziehungen mit Pakistan stark gemacht, das ein wichtiges Rückzugsgebiet für die Taliban ist.

Die Verhandlungen mit der islamistischen Rebellenbewegung waren nach einem ersten Treffen im Juli nicht weiter fortgesetzt worden. Ein Grund für die Unterbrechung war, dass nach der Bekanntgabe des Tods des langjährigen Taliban-Führers Mullah Omar in der Bewegung ein Machtkampf ausgebrochen war.
Die Fortsetzung der Gespräche wurde aber auch durch die frostige Stimmung zwischen Kabul und Islamabad behindert.

Kabul beschuldigt das Nachbarland seit langem, die Taliban als Mittel im Kampf um Einfluss in Afghanistan zu verwenden. Kabul warf Islamabad insbesondere vor, den Aufständischen Ende September bei der Eroberung der nordafghanischen Stadt Kundus geholfen zu haben.

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