Deutsche Bank zieht sich aus China-Geschäft zurück

Die Deutsche Bank verkauft ihre Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank. Das Geschäft war unterm Strich ein Gewinn. Die strategischen Hoffnungen in China haben sich dagegen nicht erfüllt.

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Der neue Deutsche-Bank-Chef John Cryan kommt beim Umbau des Geldhauses voran. Vier Tage nach Weihnachten kündigte er den Verkauf einer Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank für 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro an. Deutschlands größtes Geldhaus streicht durch die Veräußerung einen Gewinn ein, stärkt seine Kapitalpuffer – und kommt beim Ausmisten voran. Im Rahmen der im Oktober verkündeten „Strategie 2020“ will das Frankfurter Institut auch die Postbank verkaufen, Tausende Stellen streichen und sich auf weniger Angebote konzentrieren.

„Wir haben uns erstmals 2006 an der Hua Xia Bank beteiligt und sind seitdem mit der Entwicklung und dem Ergebnis der Hua Xia Bank zufrieden“, erklärte Cryan am Montag. „Im Zuge der Umsetzung der Strategie der Deutschen Bank ist nun der richtige Zeitpunkt für uns gekommen, diese Beteiligung zu veräußern.“ Käufer des 20-Prozent-Anteils der Deutschen Bank an Hua Xia ist der chinesische Versicherungskonzern PICC. Er erhofft sich von der neuen Beteiligung stabile Erträge und sieht darüber hinaus Kooperationsmöglichkeiten.

Die Aufsichtsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Falls sie grünes Licht geben, wird die harte Kernkapitalquote der Deutschen Bank um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte steigen. Die Aktien des Instituts zogen nach der Ankündigung zunächst an. Am Nachmittag notierten sie unverändert, während der Leitindex Dax rund 0,5 Prozent verlor.

In der Hoffnung auf gute Geschäfte in der Volksrepublik beteiligten sich in der Vergangenheit mehrere europäische und amerikanische Banken an chinesischen Geldhäusern. Die Hoffnung auf Synergien erfüllten sich jedoch in den meisten Fällen nicht, so dass die Anteile zu reinen Finanzbeteiligungen mutierten. Da die Kurse chinesischer Banken in den vergangenen Jahren kräftig anzogen, machten viele westlichen Institute ihre Beteiligungen zu Geld.

Die Deutsche Bank hält an Hua Xia den nach chinesischen Regeln maximal möglichen Anteil von 19,99 Prozent. Die Bank hatte im Herbst erklärt, die Beteiligung nicht länger als strategisch zu betrachten. Zudem korrigierten sie den Wert des Anteils in den eigenen Büchern um rund 650 Millionen Euro auf gut drei Milliarden Euro nach unten. Durch den Verkauf wird das Institut somit einen Buchgewinn in dreistelliger Millionen-Höhe einfahren. Auf lange Sicht hat sich das Investment ohnehin gerechnet: Für den Aufbau ihres Anteils musste die Deutsche Bank lediglich 1,3 Milliarden Euro hinlegen.

Hua Xia agiert in China als klassische Privat- und Firmenkundenbank und ist an der Börse derzeit gut 17 Milliarden Euro wert. Zuletzt geriet das Institut im Mai in die Schlagzeilen, als die chinesische Korruptions-Ermittler einen hochrangigen Hua-Xia-Manager ins Visier nahmen.

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