Syrien: Regierung und Rebellen tauschen Kämpfer und Zivilisten aus

Hunderte teils verletzte Menschen dürfen in Syrien belagerte Orte verlassen. Grundlage ist eine Vereinbarung von Regierung und Rebellen. Hunderte Kämpfer wurden aus Syrien ausgeflogen. Ob es sich dabei auch um IS-Terroristen handelt und ob ausreichend Vorkehrungen getroffen wurden, damit diese nicht nach Europa reisen können, ist unklar.

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Evakuierung in Zabadani am Montag. (Foto: SANA/EPA)

Evakuierung in Zabadani am Montag. (Foto: SANA/EPA)

Die syrische Regierung und Rebellen haben mit dem Austausch Hunderter Kämpfer und Zivilisten aus belagerten Städten begonnen. Ein Konvoi aus Bussen und Krankenwagen mit Verletzten überquerte am Montag aus der westsyrischen Stadt Sabadani kommend die libanesische Grenze, wie ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes mitteilte. Die 123 Menschen sollen in einem zweiten Schritt in die Türkei geflogen werden.

Demgegenüber wurden 379 Menschen – vor allem Frauen, Kinder, Alte und Verletzte – aus den von radikalislamischen Milizen belagerten nordsyrischen Dörfern Fua und Kafraja in die Türkei gebracht. Über den Libanon sollen sie in die von der Regierung gehaltene Hauptstadt Damaskus weiterreisen. Das syrische Regime hatte bereits einige lokal begrenzte Feuerpausen mit Rebellengruppen ausgehandelt.

Unterstützt wurden die Transporte von den Vereinten Nationen (UN), dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond (SARC) und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Marianne Gasser, Leiterin der IKRK-Delegation in Syrien, würdigte die Umsetzung der Vereinbarungen, appellierte zugleich aber auch an die Konfliktparteien, Hilfen für alle von den jahrelangen Kämpfen betroffenen Menschen zu ermöglichen. Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, betonte, Ziel sei ein schnellstmöglicher landesweiter Waffenstillstand.

Mehrere Hundert Rebellen unterschiedlicher politischer und religiöser Ausrichtung sind am Montag über eine Luftbrücke aus Syrien in Nachbarländer ausgeflogen worden. In der unter UN-Vermittlung zustande gekommenen Aktion landeten am Abend nach Angaben aus Reihen der Vereinten Nationen rund 330 syrische schiitische Kämpfer und über 100 ihrer Angehörigen auf dem Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut. Sie wurden von Mitgliedern der radikalen Hisbollah empfangen. Auf dem türkischen Flughafen Hatay landeten unterdessen eine Maschine mit 126 sunnitischen Aufständischen, die ebenfalls aus Syrien evakuiert wurden. Im Gegenzug für die Erlaubnis zur Ausreise der Aufständischen wurde Syriens Machthaber Baschar al-Assad zugestanden, die zuvor über lange Zeit von den Rebellen gehaltenenen Gebiet im Nordwesten Syriens wieder unter seine Kontrolle bringen zu dürfen.

Ob sich unter den Rebellen auch IS-Kämpfer befinden, ist unklar. Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte am Wochenende berichtet, dass die USA die Befreiung des irakischen Ramadi verzögert hätten, um IS-Kämpfer zu evakuieren. Eine unabhängige Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor.

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